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Beliebter Pfarrkarneval in St. Andreas: Kirchenmäuse feiern die wilden Zwanziger

Beliebter Pfarrkarneval in St. Andreas : Kirchenmäuse feiern die wilden Zwanziger

„Pfarrkarneval wie man ihn liebt und kennt“: So beschreiben die Besucher die jährliche Motto-Party der Kirchenmäuse im Gemeindeheim St. Andreas. Das diesjährige Motto, die Goldenen 1920er, hat dafür gesorgt, dass sich jede Menge Damen in glamourösen Charleston-Kleidern und elegante Herren mit Hut und Krawatte eingefunden haben.

Anne Scheefers und ihre Freunde sind – ausgestattet mit Anzug, Hut, Weste und dunkler Sonnenbrille – schon zum wiederholten Mal mit von der Partie. „Uns gefällt diese ganz besondere Atmosphäre in kleinem Rahmen“, sagt sie, und ihre Begleiterinnen nicken zustimmend.

„Man muss kein Fan des Karnevals sein, um diese Feier zu lieben“, sagt eine andere Dame im schwarzen Fransenkleid. Das bestätigt auch die 17-jährige Trees Merx. „Verkleiden ist cool“, sagt sie und besonders das Motto habe ihr gefallen. „Deshalb habe ich Moritz heute begleitet“, ergänzt sie noch und weist auf den jungen Mann, der in goldglänzender Weste neben ihr steht.

Moritz Liegmann gehört zu den „Hupfdohlen“, und auch wenn die später hier ihren Auftritt haben, ist der 19-Jährige ganz gelassen. Eigentlich ist er der Trainer und Choreograf dieser Showtanzgruppe, doch diesmal muss er auch selber ran. „Ich vertrete einen Tänzer, der ausgefallen ist“, sagt er. Die „Hupfdohlen“ sind laut Moderator Mario Nießen das Highlight im Programm. Aber besonders stolz sind er und Organisator Simon Wesseler natürlich auch darauf, dass der Prinz und sein Hofstaat den Kirchenmäusen alljährlich ihren Besuch abstatten.

Prinz Martin I. wird mit seinem Hofstaat also gegen Mitternacht erwartet. Bis dahin sorgen die „Stallburschen“, „De Originale“ sowie der „KV Immer Plaaan“ für Stimmung. Ein Augenschmaus sind derweil die vielen Kostüme die die „Goldenen 1920er“ zurück in die Soers bringen. „Wir denken uns jedes Jahr ein neues Motto aus“, sagt Wesseler, der heute statt Glatze eine kunstvoll aufs Haupt gemalte Haarfrisur trägt. An den Wänden hängen Originalbilder aus den 1920ern, und um die Stehtische gruppieren sich bereits die ersten Gäste. Erst nach und nach füllt sich der Saal. „Das ist normal“, sagt Moderator Mario Nießen. Ebenso wie die jecken Gäste weiß er demnach sehr genau, dass der Saal hier wenig später brodelt.