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In Aachen hat die Karnevalssession schon begonnen

Jecker Frühstart : „Ein Tag früher heißt einen Tag länger feiern“

Der Karneval läuft: Die Aachener Jecken haben – wie angekündigt – einen Frühstart hingelegt und sind einen Tag vor dem 11. im 11. am Sonntag schon in die Session gestartet. Rund 2500 Öcher waren beim offiziellen Auftakt am Holzgraben dabei.

Den längsten und stärksten Applaus an diesem jecken Sonntagvormittag heimste in Aachen nicht etwa der designierte Prinz Martin I. (Speicher) oder der künftige Märchenprinz Leo I. (Diefenthal) ein. Nein, es war Oberbürgermeister Marcel Philipp, der den eigentlichen jecken Hauptdarstellern beim Karnevalsauftakt mit einem ernsten Thema kurzzeitig die Show stahl.

„Was in letzter Zeit – auch in Karnevalistenkreisen – an Blödsinn, Mist und Unverschämtheiten über mich und meine Familie erzählt worden ist“, sagte Philipp beim Empfang der designierten Tollitäten im Weißen Saal des Rathauses mit Blick auf die Gerüchte rund um sein Privatleben und seine Entscheidung, nicht mehr als OB kandidieren zu wollen, sei schon allerhand. „Wenn wir miteinander geredet hätten statt übereinander, dann wüsstet Ihr, dass das völliger Blödsinn ist“, sagte er emotional sichtlich berührt, was minutenlangen tosenden Beifall zur Folge hatte. Insofern sei es gut, dass sich zum Sessionsstart endlich alle wieder getroffen hätten, „um miteinander zu feiern und miteinander zu reden“.

Und das taten die versammelten Jecken – die geladenen Honoratioren und Funktionäre beim Empfang im Rathaus und die rund 2500 Aachener und Aachenerinnen bei strahlendem Sonnenschein vor der Bühne am Holzgraben – dann auch: Sie feierten, sangen und redeten miteinander. Letzteres vor allen Dingen über den Frühstart in die Session, den der Festausschuss Aachener Karneval (AAK) mit der Vorverlegung der traditionellen Auftaktveranstaltung „Vür wecke Öcher Jecke“ auf den 10. im 11. in diesem Jahr veranlasst hat. „Wie wir in Aachen unsere Traditionen pflegen, das entscheiden wir“, sagte etwa OB Philipp zu diesem Thema und AAK-Präsident Frank Prömpeler fügte hinzu: „Wir wollen alle Menschen an unserem Brauchtum teilhaben lassen“, und das gehe an einem Sonntag eben besser als an einem Montag. „Schließlich haben die Menschen das Brauchtum ja auch entwickelt“, rechtfertigte Prömpeler die AAK-Entscheidung gegen die Kritik, die vor allem in den Sozialen Medien hochgekocht ist.

 Der designierte Prinz Martin I. (Speicher) und sein Hofstaat beweisen beim vorgezogenen Karnevalsauftakt eine beeindruckende Frühform.
Der designierte Prinz Martin I. (Speicher) und sein Hofstaat beweisen beim vorgezogenen Karnevalsauftakt eine beeindruckende Frühform. Foto: Andreas Steindl

Den designierten Prinzen Martin I. hatte Prömpeler mit der Vorverlegung zwar überrascht, wie der 44-jährige Rechtsanwalt einräumte, aber keinesfalls aus dem Konzept gebracht. „Ein Tag früher heißt einen Tag länger feiern.“ Und angesichts der Stimmung, die schon zum Auftakt in seinem Hofstaat herrschte, fügte er hinzu: „Wenn das so weiter geht, ist für uns jeder Tag mehr ein gewonnener Tag.“

 Das Lied des designierten Märchenprinzen Leo I. (Diefenthal) „Alaaf än Freud“ greift das Sessionsmotto des AAK „Alaaf an die Freude“ auf. Oberbürgermeister Marcel Philipp stimmt unterdessen beim Empfang im Weißen Saal des Rathauses auch ernste Töne an.
Das Lied des designierten Märchenprinzen Leo I. (Diefenthal) „Alaaf än Freud“ greift das Sessionsmotto des AAK „Alaaf an die Freude“ auf. Oberbürgermeister Marcel Philipp stimmt unterdessen beim Empfang im Weißen Saal des Rathauses auch ernste Töne an. Foto: Andreas Steindl

Die Jecken am Holzgraben waren mit dem Frühstart in die Session natürlich einverstanden, sonst wären sie ja nicht dorthin gekommen. Und so hatten sich vor der Bühne beinahe ebenso viele Karnevalisten eingefunden wie im vergangenen Jahr, als der 11. im 11. ohnehin auf einen Sonntag fiel. Höhepunkt im Programm waren natürlich die Prinzenlieder von Martin I. („All Inklusive“) und Märchenprinz Leo I. („Alaaf än Freud“) sowie das AAK-Mottolied („Alaaf an die Freude“), das in diesem Jahr das Ex-Prinzenkorps singt. Daneben traten mit Ausnahme der 4 Amigos und der Originale fast alle Spitzenkräfte des Öcher Fastelovvends auf, darunter Kurt Christ, Tästbild, die Nightwiever, de Spetzbouve, Hans Montag sowie die Stadtteilprinzen aus Verlautenheide, Richterich, Brand und Haaren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Frühstart in die Öcher Karnevalssession