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Das neue Programm der Tropi-Garde: Eine Polizeiwache der anderen Art

Das neue Programm der Tropi-Garde : Eine Polizeiwache der anderen Art

Die Tropi-Garde hat mit ihrem neuen Programm eine gelungene Premiere im Josefshaus gefeiert. Die Schließung der Polizeiwache in der Viktoriastraße steht im Mittelpunkt des Geschehens.

Man schreibt das Jahr 2020: Die Polizei ist gerade in das neue Präsidium kurz vor Brand umgezogen, und so wird überlegt, diverse kleine Wachen zu schließen. So auch die in der Viktoriastraße. Obwohl diese eine ganz besondere ist, immerhin hat sie eine eigene Forensik und mit Arne Aufschneider  einen eigenen Gerichtsmediziner – warum auch immer. Geleitet wird sie von Antje Annemarie Kramer, kurz AKK, dienstältester Kollege ist Heiini Noppeney, dessen Mutter oben im Haus wohnt und der folglich zur Polizei gehen musste, um auch nah bei Mama. Jupp Jansen, der immer noch der Polizeireiterstaffel und seinem Pferd Sabrina sowie Kollegin Tina und ihrem Pferd Amadeus hinterhertrauert, und Anwärterin Cosma Shiva Haaren vervollständigen das Quintett, das über Recht und Ordnung im Josefsviertel wachen soll. Und dann ist da noch der Polizeipräsident, der sich vor Ort ein Bild machen will . . .

„Polisse komme bau net mieh – mär beij de Tropis jeäht et wier“! Wer die Tropis kennt, kann sich vorstellen, was da so alles in der Wache in Oche-Ost los. Auch wenn die Polizei weniger an der Aufklärung der Fälle arbeitete, sich dafür mehr mit den Bewohnern des Ostviertels abgab. Bei der Premiere, die erst kurz vor 1 Uhr endete, war die Aufregung der Protagonisten noch greifbar – und auch einige Male der Text weg. Wie bei Heini Noppeney (Frank Jansen). „Ich bin der Hein, Dein Freund, der Dir hilft und für Dich da ist“, improvisierte er unter den überraschten Blicken von AKK (Generalin Sarah Siemons), Dr. Aufschneider (Jörg Savelsberg) und der Kollegen (Niklas Dahmen, Carina Borgmann). Um dann selbst laut lachend hinzuzusetzen: „Es muss natürlich heißen: Die Polizei dein Freund und Helfer – jetzt war ich aber mal ganz spontan.“ Die Lacher im mit rund 300 Gästen zum Bersten vollen Josefshaus waren auf seiner Seite – für die Spontanität, die Spielfreude und den Mutterwitz lieben die Fans die Tropis, denn wie immer ist bei den Tropis alles selbstgemacht. Und kleine Patzer machen den Charme der Sitzungen aus.

Viele der rund 140 Tropis, die sich über mangelnden Nachwuchs nicht beklagen können, sind seit Jahrzehnten dabei, wie Ulrike Mertens-Ziemons, die seit 35 (!) Jahren mit den Böstomeritz-Sisters auftritt und zu bekannten Melodien Öcher-Platt-Texte singt. Im Quartett mit Ina Gröbner (die auch als Mutter Noppeney wie immer begeisterte), Karin Gobbelé und Regina Engel feiert sie nun ihre letzte Session auf der Bühne. Ein absoluter Höhepunkt wie immer war der Auftritt der 4 Amigos (Uwe und René Brandt, Stefan Beuel und Dietmar Ritterbecks), die mit ihrem neuen Lied „Liebeskummer“ eine Premiere bei der Tropi-Sitzung feierten. Und bei deren Medley aus bekannten Lieder natürlich der ganze Saal mitsang. Vor 24 Jahren  feierten die Tropi-Eigengewächse, die längst das Beste sind, was der Aachener Karneval zu bieten hat, im Josefshaus ihr Debüt.

 Bunt und schräg und lustig: Die Fans der Tropi-Garde lieben die Spontanität und Spielfreude der Akteure.
Bunt und schräg und lustig: Die Fans der Tropi-Garde lieben die Spontanität und Spielfreude der Akteure. Foto: dmp Press/Ralf Roeger

So war also in der Polizeistation jede Menge los. Davon konnte sich auch der Polizeipräsident (Michael Vanderheyden), der sich inkognito vor Ort ein Bild machen wollte und fälschlicherweise in die Zelle gesteckt wurde, überzeugen. Er sah die verspätete Obduktion der verstorbenen Tanzmarie, die 20 Jahre lang im Kühlfach gelegen hatte, den Dr. Aufschneiders Hoffnung auf einen Serienmörder im Ostviertel erfüllte sich nicht. Dafür schauten zwei entflohene Sträflinge vorbei: Jan und sein Vater Manfred Savelsberg, die einen tollen Auftritt hinlegten. Oder – neben so vielen anderen – auch die Tanzgruppe Mann, die das Publikum mit ihrem Auftritt von den Stühlen holte.

So war es nicht verwunderlich, dass der Polizeipräsident zum Schluss zu der Überzeugung kam, dass die kleine Wache in der Viktoriastraße bestehen bleibt.