Aachener Karnevalsverein stimmt über Aufnahme von Frauen ab

Änderung der Satzung möglich : AKV stimmt über Aufnahme von Frauen ab

Bis zur ersten Ordensverleihung wider den tierischen Ernst an eine Frau war es schon ein langer Weg für die Aachener Karnevalisten. 160 Jahre nach der Gründung will sich der reine Männerverein jetzt auch für Frauen öffnen.

Bekannt ist er für die Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst - nun will der Aachener Karnevalsverein darüber entscheiden, ob auch Frauen Mitglied werden dürfen. Dafür müsste der reine Männerverein 160 Jahre nach seiner Gründung die Vereinssatzung ändern, wie Sprecher Kolja Linden mitteilte. Über Jahrzehnte hätten sich viele auf die Tradition berufen und Frauen ausgeschlossen - bis man sich jetzt gefragt habe, ob das noch zeitgemäß sei. Die Mitglieder sollen am Montag (19.30 Uhr) in einer nicht-öffentlichen Sitzung entscheiden, ob jetzt auch Frauen aufgenommen werden.

Im Kern geht es um diesen Satz: „Mitglied des Vereins kann jede unbescholtene männliche Person werden, die das 18. Lebensjahr vollendet hat.“ Das Wort „männliche“ soll gestrichen werden. Bei einer Satzungsänderung stünden Frauen auch Funktionen wie Elferrat oder Präsidentenamt offen. Im Vorfeld sei aus den Gremien des Vereins Zustimmung signalisiert worden, heißt es. Die zu der Versammlung rund 100 erwarteten Mitglieder sollen in geheimer Wahl darüber abstimmen.

Bis die erste Frau für Humor und Menschlichkeit im Amt mit dem seit 1950 verliehenen Orden wider den tierischen Ernst ausgezeichnet wurde, hatte es einige Zeit gedauert: 1988 wurde die Literaturprofessorin Gertrud Höhler erste Ordensritterin. Dass das so lange gedauert hatte, soll aber nicht an dem Verein gelegen haben, sondern an der damals rein männlichen Ordensritterrunde, wie ein früherer AKV-Präsident mal erzählte: Die hätten dort keine Frau haben wollen.

(dpa)
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