Aachen: Kampf um Werk von Klaus Paier

Aachen: Kampf um Werk von Klaus Paier

Halb verhängt und vergessen schlummert ein Graffiti des Aachener Künstlers Klaus Paier am Augustinerbach. Von dem bunten Gemälde ist hinter den Stofffetzen kaum etwas zu erkennen, doch eine Gruppe von Kunstfreunden erinnert jetzt an das Werk des Graffiti-Malers Klaus Paier.

Der hat vor rund 30 Jahren in nächtlichen Aktionen Aachens Wände verschönert. Viele seiner Arbeiten sind im Laufe der Jahre verschwunden, andere wurden wie die am Café Kittel unter Denkmalschutz gestellt. Auch das schon verblasste Bild „Zwischen den Tagen...“ hat es laut Margret Vallot verdient, erhalten zu werden. Die Journalistin und Bloggerin hat sich deshalb im Internet umgehört, ob sie Mitstreiter für ihre Idee finden kann. Und wurde schnell fündig.

Die Internet-Plattform www.unserAC.de schloss sich dem Bestreben an und will jetzt zu einer Art Treffpunkt werden für all jene, die sich für den Erhalt des Bildes einsetzen. Bei einem ersten Ortstermin am Augustinerbach kamen Politiker verschiedener Parteien, Vertreter der Internet-Plattform und interessierte Bürger mit Margret Vallot zusammen, um gemeinsam zu überlegen, was man für den Erhalt des Bildes tun kann. Letztendlich scheint dessen Schicksal in den Händen des Landes NRW und der RWTH zu liegen.

Der Graffiti-Künstler Klaus Paier verwendete noch keine Spraydosen für seine Arbeiten. In seinen nächtlichen Aktionen fertigte er zunächst eine Skizze und arbeitete diese dann farbig aus. „Ich will an die Wand bringen, was mir Lust und Angst macht“, sagte er und griff Themen wie Atomkraft, Wohnungsspekulation, Faschismus und die Unmenschlichkeit des Bildungssystems auf. Mit seinen Arbeiten erlangte er die Anerkennung von Museumsdirektoren, und auch der ehemaligen Oberbürgermeister Kurt Malangré machte sich stark für ihn. Er sorgte dafür, dass Paiers Graffito „Liebespaar“ unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die meisten seiner Arbeiten aber wurden von Aachens Wänden entfernt. Dieses Schicksal soll dem Graffito „Zwischen den Tagen...“ nach Willen der kleinen Gruppe um Margret Vallot erspart bleiben. Man müsse nicht lange darüber diskutieren, ob Paiers Arbeiten schützenswerte Kunst seien, hieß es da. Längst seien die farbigen Bilder des inzwischen verstorbenen Klaus Paier offiziell anerkannt.

Abtragen oder schützen

Jetzt scheint es Sache des Landes NRW und der RWTH Aachen zu sein, etwas für den Erhalt des Bildes gegenüber dem Kaiser-Karls-Gymnaisum zu tun. Denn auf deren Gelände wurde es angefertigt. Ob es abgetragen und an anderer Stelle wieder aufgestellt wird oder ob das Bild an Ort und Stelle verbleiben soll und mit einer Plexiglasscheibe geschützt wird, sind zwei Varianten einer möglichen Vorgehensweise. Jetzt hofft die Gruppe um Margret Vallot auf weitere Unterstützer und Kontakte zur RWTH und dem Land NRW.

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