Aachen: Kampagne warnt Radfahrer vor Gefahren im Dunkeln

Aachen : Kampagne warnt Radfahrer vor Gefahren im Dunkeln

Ein leuchtend gelbes Rad steht wie ein Blickfang vor dem Super C und fällt schon von weit her sofort ins Auge. Einer Kunstinstallation gleich ermahnt der Aufsteller Radfahrer, ihr Licht einzuschalten. Auf dem Warndreieck ist deutlich eine Glühbirne zu sehen und der „Blindfisch“ als skurriler Hingucker.

„Das Ganze ist der Auftakt einer groß angelegten Werbekampagne der Stadt Aachen rund um die Verkehrssicherheit mit vielen verschiedenen Bausteinen“, kündigt Jutta Bacher vom städtischen Fachbereich Presse und Marketing an.

Der Blindfisch als ein etwas einfältiger Geselle, der sich selbst und andere ganz unbedarft in Gefahr bringt, ist der erste in einer Reihe von Figuren, die mit Witz Aufmerksamkeit erregen sollen. „Dass man, wenn man ohne Licht von der Polizei erwischt wird, eine Strafe bezahlen muss, das wissen die Leute, Trotzdem kommt es so oft vor. Das wollen wir ändern“, erklärt Armin Langweg vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.

300 Radfahrer sind in Aachen pro Jahr in einen Unfall verwickelt, wie er mit Bedauern feststellt. Am 27. April habe es zuletzt einen tödlichen Unfall gegeben. Danach wurde ein Aktionsplan erarbeitet.

„Sei kein Blindfisch — Mach ein Licht (dr)an!“ lautet deshalb der pfiffige Slogan. „Wir wollen mit skurrilen Figuren arbeiten, die den Betrachter neugierig machen. Mal schauen, welche kleinen Monster in der Kampagne noch für Aufmerksamkeit sorgen werden“, sagt Jutta Bacher. Postkarten zum Mitnehmen geben Tipps für die richtige Beleuchtung.

„Das richtige Licht ist Pflicht. Jedes verkehrstüchtige Fahrrad braucht zwingend Reflektoren an Pedalen, Speichen, Front und Heck“, betont Langweg, was auch auf den Karten als Gedächtnisstütze noch einmal aufgeschrieben steht. Seit 2013 sind neben Dynamos auch batteriebetriebene Lampen erlaubt. Reflektoren an der Kleidung machen den Fahrer darüber hinaus noch besser sichtbar.

Thorsten Karbach, Pressesprecher der RWTH Aachen, freut sich, dass die Kampagne am Templergraben startet, wo das Herz der Hochschule schlägt. „Sogar im Winter sind hier alle Fahrradstellplätze besetzt. Die Studierenden nutzen das Fahrrad sehr gerne und entlasten damit die anderen Verkehrsalternativen“, betonte Karbach. Gerade auch die jungen Leute noch einmal nachdrücklich auf die Sicherheitsrisiken hinzuweisen, sei enorm wichtig. Dazu bietet die RWTH mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) auch eine Radwerkstatt an der Kockerellstraße an.

Gelbe Rad-Skulpturen

Weitere gelbe Räder werden in der Innenstadt an der Ecke Elisenbrunnen/Wirichsbongardstraße, sowie am Bahnhof Rothe Erde an der Kreuzung zum Vennbahnweg und mitten auf der Vennbahntrasse am Eisenbahnweg postiert. Die Rad-Skulpturen wurden bei der Wabe e.V. hergestellt, insbesondere mit gelber Farbe versehen.

„Wir machen da natürlich gerne mit. Ohne Licht muss man nicht fahren, ein kleiner Defekt, zum Beispiel ein loses Kabel, ist oft schon für drei Euro repariert. Falls die komplette Lichtanlage defekt ist und ausgetauscht werden muss, liegt bei rund 35 Euro — aber das sollte jedem die eigene Sicherheit wert sein“, betont Jürgen Aelmanns von der Wabe-Radstation an der Bahnhofstraße 22.

Viele weitere Bausteine werden dazukommen, zum Beispiel auch neongelbe Warnwesten mit der Aufschrift „Bitte um Rücksicht. Danke!“. Bereits im Oktober hatte es am Elisenbrunnen wieder einen Lichtaktionstag gegeben. Auch Kinospots sind denkbar, damit Radfahren in Aachen auf Dauer sicherer wird.

Infos zur längerfristig angelegten Kampagne gibt es unter www.aachen.de/verkehrssicherheit.