Aachen: Kampagne für mehr Sicherheit für Radfahrer: Rücksicht nehmen und Abstand halten

Aachen : Kampagne für mehr Sicherheit für Radfahrer: Rücksicht nehmen und Abstand halten

102 Unfälle mit Fahrradfahrern hat es im vergangenen Jahr in Aachen gegeben. Nicht alle davon waren auf einen zu geringen Sicherheitsabstand der vorbeifahrenden Autofahrer zurückzuführen, aber doch einige davon. Aktuell gab es in Aachen erneut drei Unfälle mit Radfahrern.

Dies nahm die Aachener Polizei gemeinsam mit der Stadt Aachen, der Städteregion, der RWTH und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) nun zum Anlass, mit einer Aktion auf den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern — wo dies möglich ist — bei einem Überholvorgang hinzuweisen. Mit großen Aufklebern auf den Polizeiautos soll dies nun den Verkehrsteilnehmern in Erinnerung gerufen werden.

Die Diskussion in Aachen um die schwierige Situation für Fahrradfahrer im Straßenverkehr entzündete sich spätestens im vergangenen Jahr als es schwere Unfälle mit Fahrradbeteiligung gab — die zu Teil auch tödlich endeten. Den Beginn der Fahrradsaison in diesem Jahr nutzte die Aachener Polizei daher, um den Verkehrsteilnehmern den vorgeschriebenen Seitenabstand von 1,5 Metern ins Gedächtnis zu rufen. Große, leuchtend gelbe Aufkleber auf den Polizeifahrzeugen sollen ab sofort die Verkehrsteilnehmer dazu ermuntern, diesen Abstand, wann immer es möglich ist, einzuhalten.

„Gegenseitiges Verständnis“

„Gegenseitiges Verständnis ist im Straßenverkehr sehr wichtig“, sagte Polizeipräsident Dirk Weinspach. „Die Aufkleber sollen dauerhaft auf den Seitenabstand aufmerksam machen“, berichteten Monika Volkmer und Helga Weyers vom ADFC und fügten hinzu: „Die 1,5 Meter gelten auch dann, wenn es eine Radspur gibt.“ Und Polizeipräsident Weinspach betonte: „Gerade in einer Studentenstadt wie Aachen, in der besonders viele Fahrradfahrer unterwegs sind, ist eine gegenseitige Rücksichtnahme wichtig.“

Überzeugung statt Kontrolle

Die Aktion fand auch beim Prorektor der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH), Professor Dr. Aloys Krieg, großen Anklang. „Die Studierenden nutzen häufig das Fahrrad, um von einer Vorlesung zur nächsten zu kommen“, erzählte Krieg. Daher sei es auch der RWTH wichtig, dass es mehr Sicherheit für Radfahrer gebe. Zustimmend fügte Niels-Christian Schaffert, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, als Vertreter der Stadt Aachen, hinzu: „Mehr Sicherheit im Verkehr ist ein wesentlicher Aspekt.“ Daher unterstütze auch die Stadt Aachen die Aktion.

Auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg begrüßte die Aktion. „Wir möchten an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer appellieren.“ Dies solle nicht mit Kontrollzwang geschehen, sondern mit Überzeugung. „Alle sollen gemeinsam mehr Rücksicht nehmen“, so Etschenberg. Um die Aktion zu unterstützen, werden künftig auch alle 35 Dienstfahrzeuge der Städteregion mit den Aufklebern versehen. Alle Beteiligten hoffen darauf, dass die Aufkleber für mehr Sicherheit auf den Straßen Aachens führen.

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