Aachen: Kaiserplatz-Galerie: Schon wieder Verzögerungen

Aachen : Kaiserplatz-Galerie: Schon wieder Verzögerungen

Die Hängepartie geht weiter: Die niederländische Entwicklungs- und Finanzierungsgesellschaft Foruminvest, die als Hauptfinanzier der Kaiserplatz-Galerie im Rennen war, ist ins Glied zurückgetreten.

Herbert Pontzen, Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Adalbert-straße (P.E.A.) bestätigte, dass man nun auch mit anderen Interessenten verhandelt: „Der Geschäftspartner konnte nicht das halten, was er versprochen hat. Das hat auch mit Geld zu tun.”

Das ist wohl eine vorsichtige Umschreibung dafür, dass die zur Finanzierung notwendigen 240 Millionen Euro nicht zur Verfügung gestanden haben sollen. Die Niederländer hätten „die Bedingungen, die sie erfüllen mussten, nicht geschafft”. Der Geschäftsführer wäscht seine Hände in Unschuld: „Wir konnten nichts dafür, dass es nicht geklappt hat.”

Trümmerfeld

Seit Jahren gibt es bei der Verwirklichung des ehrgeizigen Projektes Verzögerungen. Schon Mitte 2008 hatte der Planungsausschuss die Offenlage zum Bau des dreigeschossigen verglasten Einkaufszentrums mit 29.000 Quadratmetern Verkaufsfläche beschlossen, als erster Eröffnungstermin wurde das Jahr 2009 genannt. Inzwischen ist von 2013 die Rede, auch das dürfte inzwischen ambitioniert sein. Seit geraumer Zeit präsentiert sich das Riesengelände als großes Trümmerfeld.

Denn durch das Abspringen von Foruminvest hat sich eine weitere Verzögerung von fünf bis sechs Monaten ergeben. Herbert Pontzen: „Foruminvest wollte eine bestimmte Exklusivität haben.” Und wegen der seien die Gespräche mit anderen Interessenten so lange auf Eis gelegt worden.

„Es gab immer sehr viele Interessenten, mehr als ein halbes Dutzend, und die gibt es immer noch. Die Leute finden das Projekt gut und den Standort gut.” Die ganze Aktion habe viel Geld, etwa für Rechtsanwälte, Notare und Steuerberater gekostet und sei ihm eine Lehre gewesen: „Niemand bekommt mehr Exklusivität.”

Mehrere Gruppen

Verhandlungen würden nun mit mehreren Gruppen geführt, darunter bundesweit tätige Immobilienunternehmen: „Wir bekommen von allen Seiten Angebote.” Michel Riaskoff, Vorstandsvorsitzender von Foruminvest, erklärte auf Anfrage hingegen, dass man ebenfalls noch im Reigen der Interessenten sei: „Wir sind noch im Gespräch, aber nicht die einzigen.”

Die Kölner „Strabag Real Estate” wollte auf Anfrage ein mögliches Engagement weder bestätigen noch dementieren. Sie sei jedoch sehr an einem Fortkommen der Kaiserplatz-Galerie interessiert, weil die Unwägbarkeiten des Großprojektes weiterhin für das Büchelprojekt Bel Etage hinderlich seien. Dessen Realisation sei das Hauptziel der Strabag, meinte der Unternehmenssprecher (siehe Kasten).

Für Projektentwickler Pontzen ist jedenfalls klar, dass noch in diesem Jahr eine Entscheidung fallen wird, mit wem die P.E.A. ins Boot gehen wird: „Wo es den größten gemeinsamen Nenner gibt, mit dem werden wir das Geschäft machen.” Allen Beteiligten sei klar, dass im ersten Quartal 2012 alles unter Dach und Fach sein muss. „Die Dinge laufen gut.”

Pontzen kündigt auch an, dass man einiges Geld in die Hand nehmen wird, um den hässlichen Anblick zu verbessern. Das gesamte Areal werde von einem 270 Meter langen und undurchsichtigen Zaun umgeben, die Glasscheiben an der Adalbertstraße durch Holzplatten ersetzt.

Bel Etage am Büchel bei Strabag an erster Stelle

Die Kölner Strabag-Gruppe ist mit ihren Vertragsabschlüssen für den Bau der sogenannten Bel Etage am Büchel bis Ende des Jahres am Ziel. Für den Unternehmenssprecher Rainer Maria Schäfer (Köln) ist die Bel Etage das hauptsächliche und mit Vorrang betriebene Projekt der Gruppe in Aachen.

Im kommenden Jahr stehen sofort nach dem Abriss des Parkhauses Büchel die ersten Bauabschnitte für ein Hotel im oberen Bereich des Gebäudes und Einzelhandel im Erdgeschoss an. Im Untergeschoss befinden sich Parkplätze, die allerdings nur für Dauerparker reserviert seien.

Die Kritik, dass es sich um ein Drei-Sterne-Hotel handele, wies Schäfer zurück. Der Betreiber habe ein modernes Konzept, das gut zu der Einrichtung passe.

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