Aachen: Kaiserplatz-Galerie: Macher werben um Vertrauen

Aachen : Kaiserplatz-Galerie: Macher werben um Vertrauen

Um Vertrauen werben — das war das erklärte Anliegen der Macher des Großprojekts Kaiserplatz-Galerie bei der Bürgerinformation am Mittwochabend. „Wir wollen Transparenz schaffen“, betonten Jürgen Reimann von ECE Projektmanagement und sein Kollege Rainer Maria Schäfer von Strabag Real Estate immer wieder vor den rund 150 Besuchern im Space des Ludwig-Forums.

Und so stimmten sie ihr Publikum darauf ein, dass ein solches Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von etwa 290 Millionen Euro der Nachbarschaft natürlich zunächst einmal eine Menge Unannehmlichkeiten beschert.

„Es wird natürlich Lärm und Staub und Auswirkungen auf den Straßenverkehr geben“, räumte Reimann ein. Und es soll schon bald losgehen damit. Der Zeitplan sieht vor, dass etwa ab Mitte März damit begonnen wird, die Bushaltestellen im Umfeld des geplanten Einkaufszentrums an der unteren Adalbertstraße zu verlegen. Auch Kanalbauarbeiten stehen an, zudem müssen Leitungen für den Konsumtempel mit dereinst rund 29 000 Quadratmetern Verkaufsfläche verlegt werden. Und die Umfahrung der Kirche St. Adalbert am Kaiserplatz wird voraussichtlich Ende April oder Anfang Mai dichtgemacht. „Das bleibt sie für längere Zeit“, so Reimann, „es geht leider nicht anders.“

Gebuddelt wird dort unter anderem an einer Zufahrt für die Parkflächen. Allerdings entstehen die 615 Stellplätze nicht in einer Tiefgarage, sondern im 3. und 4. Obergeschoss. Ansteuern werden die Kunden diese Parkdecks oberhalb der Geschäfte allerdings über eine „Spindel“ im Untergeschoss. Eine offene Bauweise der Parkflächen ist nicht geplant, weil sonst die Anwohner zu stark mit Abgasen belastet würden. Die sollen nun über eine „zentrale Abführung“ entweichen und somit die Nachbarschaft quasi nicht behelligen. Im Publikum machte sich allerdings Skepsis breit, ob das Abgasproblem so leicht zu lösen sei.

Kritische Fragen mussten Reimann und Schäfer sich auch wegen des geplanten Geschäftshauses unmittelbar neben der Kaiserplatz-Galerie gefallen lassen.Dem fällt bis auf eine denkmalgeschützte Fassade und ein Eckhaus ein ganzer Häuserblock zwischen Adalbertsberg und Harscamp-straße zum Opfer. Dieser Forderung der Investoren sei die Stadt nachgekommen, weil „sie sonst das ganze Objekt nicht genommen hätten“, meinte ein Zuhörer. Andere beklagten das Verschwinden der Straße Adalbertsberg, die von dem Einkaufszentrum geschluckt werde. Beide Aspekte seien jedoch schon in den alten Planungen enthalten gewesen, konterte Strabag-Vertreter Schäfer.

Investitionsstau

Nicht neu sind auch die Befürchtungen, das üppige Einkaufszentrum mit seinen rund 130 Geschäften werde dem Einzelhandel in der übrigen Innenstadt das Wasser abgraben. Schäfer verwies jedoch auf Erfahrungen mit dem „Forum Mittelrhein“ in Koblenz, von dem der benachbarte Einzelhandel eher profitierte habe. Überhaupt seien die Auswirkungen der derzeitigen Brachlandschaft weitaus schlimmer für die Geschäftswelt. „Es liegt ein Investitionsstau wie Mehltau über der Stadt“, so Schäfer. Mit der Eröffnung der Kaiserplatz-Galerie werde eine neue Zeitrechnung beginnen.

Das dauert allerdings noch etwas. Die Eröffnung ist für Ende 2015 geplant, womöglich sorgen archäologische Funde gar für eine Verzögerung bis Anfang 2016. Laut Archäologieberaterin Heike Baumewerd-Schmidt bleibt das Gelände trotz aller Sondierungen doch „eine Wundertüte“.

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