Aachen: Kaiserplatz: Fröhliche Bilder statt Tristesse

Aachen: Kaiserplatz: Fröhliche Bilder statt Tristesse

Es ist die Woche der Wahrheit in Sachen Kaiserplatzgalerie. Wie berichtet, wollen sich die möglichen Investoren erklären, ob sie das Areal kaufen oder nicht. Da mag es ein Zufall gewesen sein, dass die brachliegende Fläche zum ersten Mal seit 2009 nun wieder in positives Licht gerückt wurde.

Vertreter des Bundes Deutscher Architekten (BDA) hatten in Kooperation mit Robert Mertens von der Galerie 18.30 zu einem besonderen Kunstprojekt eingeladen. Am Freitagabend verwandelte sich die Trümmerlandschaft in einen fröhlichen Rummelplatz. Die Installation „Fairground Attraction” mit Lichtbildern der Künstlerin Nikola Dicke wurde speziell für diesen einen Abend konzipiert.

Als Idee steckt dahinter, Zwischenzeiträume bis zur Vollendung eines Bauvorhabens zu nutzen, um unschöne Brachen im innerstädtischen Raum durch Kunst und Kultur mit neuem Leben zu füllen. Ein Karussell, ein Riesenrad, Luftballons und ein Feuerspucker wurden auf die umliegenden Gebäude projiziert. Rund um das Baugelände versammelten sich viele Schaulustige, um die bewegte und von passenden Klängen untermalte Lichtzeichnung der Künstlerin zu verfolgen.

Zum Thema „Baustelle Kaiserplatz” haben sich auf unserem Portal http://www.aachener-meinung.de schon zahlreiche Leser zu Wort gemeldet. „Warum legt man an dieser Stelle nicht einen Park an? Das ist eine einmalige Gelegenheit, eine Grünfläche im Stadtzentrum zu erschaffen, von der die Stadt Aachen sowieso viel weniger aufzubieten hat als manche andere vergleichbare Stadt”, schreibt Heinz Glasmacher.

Gegen eine Kaiserplatzgalerie spricht sich auch Doris Lintzen aus: „Ein neues Einkaufscenter brauchen wir nicht! Dort sollten bezahlbare Wohnungen, möglichst barrierefrei, gebaut werden mit Grünflächen und mit kleinen Geschäften rundum.” Dem wiederspricht Nicole Escarate. Sie schreibt: „Ein Park? Und wer befreit den dann von den ganzen Spritzen der Junkies? Ein Park würde an dieser Situation nichts ändern, ein Einkaufszentrum würde die Gegend aufwerten.”

Auch das Thema Baustellen wird online diskutiert. Eberhard Burlet bemängelt beispielsweise die mangelnde Absprache innerhalb der Verwaltung: „Lütticher Straße sperren wollen, ohne die Anwohner zu informieren. Stadtfest und Normalur sperren. Das kann die Stadt besser!”

Immerhin blieb es an diesem Wochenende in der Innenstadt rein verkehrstechnisch relativ ruhig. Wegen Asphaltierungsarbeiten wurde der Verkehrsknotenpunkt Normaluhr - wie am verganenen Wochenende - erneut voll gesperrt. Doch anders als beim ersten Versuch blieb diesmal nach Auskunft der Polizei ein Verkehrschaos aus. „Einige Verkehrsteilnehmer haben sich zwar über die Sperrung beschwert”, berichtete Helmut Robioneck von der Polizei-Leitstelle, „aber insgesamt blieb es ruhig.” Nach den Erfahrungen vom vergangenen Wochenende hatte die Stadt diesmal auch die Wilhelmstraße inklusive der Zufahrten aus den Seitenstraßen zwischen Kaiserplatz und Normaluhr komplett gesperrt. Dies zahlte sich offenbar aus.

Großes Aufregerthema auf unserem Internetportal ist auch die Sauberkeit in der Stadt. Claudia Sauer ist der Meinung, dass „mehr Müllbehälter, die regelmäßiger geleert werden, schon mal ein Schritt in die richtige Richtung” wären. Dem schließt sich Marion Hafers an. Sie bemängelt, das es „zu wenige Mülleimer und zu viel Graffittigeschmiere” gibt. Wolfgang Hartung schreibt, dass die Probleme „bei der Erziehung von Menschen, sekundär bei dem Umgang mit Lebensmitteln” beginnen: „Die Abfallkörbe, die wir benötigen, um die Ergebnisse einer verfehlten Erziehungs- und Schulpolitik aufzufangen, müssten so groß sein wie Deutschland selbst.”


OB Marcel Philipp sitzt am AN-Lesertelefon

Am Montag, 24. September, beantwortet OB Philipp zwischen 17 und 18 Uhr Fragen der AN-Leser - natürlich auch zu den Themen Kaiserplatz, Campusbahn, Baustellen, Sauberkeit und Alemannia.

Unter der Telefonnummer 0241/409577683 ist der OB in der Redaktion der Aachener Nachrichten zu erreichen. Die Telefone werden am Montag ab 17 Uhr freigeschaltet.

Wie soll es rund um den Kaiserplatz weitergehen? Sie können Ihre Fragen beim AN-Forum „Baustelle Kaiserplatz” stellen: am Donnerstag, 27. September. Einlass ist um 19.30 Uhr, Beginn um 20 Uhr in der Aula Carolina.

Neben Oberbürgermeister Marcel Philipp haben CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Baal, Hermann-Josef Pilgram, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, SPD-Ratsherr Norbert Plum, FDP-Fraktionschef Wilhelm Helg, Andreas Müller, Fraktionsvorsitzender der Linken, Felix Bosseler (Piraten), Horst Schnitzler (UWG), Hans-Dieter Schaffrath (FWG) und Christoph Allemand von der Bürgerinitiative „Kaiserplatzgalerie Aachen - Nein danke!” ihr Kommen zugesagt. Angefragt sind noch Herbert Theodor Pontzen von der PEA (Projektentwicklung Adalbertstraße GmbH) und Rainer Maria Schäfer von der Strabag.

Anmeldungen sind nicht erforderlich. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.