Aachen: Kaiser Karl in Gold und Silber

Aachen : Kaiser Karl in Gold und Silber

Wirtschaftskrise, Börsenspekulation, Euroraum — heutzutage geht es vor allem um eines: Um das liebe Geld. Zu Zeiten Karls des Großen war das allerdings nicht anders. 794 beschloss der Kaiser eine Münzreform: Er führte überall in seinem Reich Silbermünzen ein, auf denen sein Name stehen sollte.

Mit Herrschaftszeichen

Kaiser Karl der Große erscheint zu seinem 1200. Todestag in Silber. Das Domkapitel Aachen gibt eine offizielle Sonderprägung in limitierter Auflage heraus. Foto: dpa

Bis zu seinem Tod 814 blieben die Münzen mit dem Herrschaftszeichen „König der Franken“ in Gebrauch. Auch nach seiner Kaiserkrönung 800 blieb es bei dem Titel. Nur wenige Münzen mit der Aufschrift „Imperator Augustus“ waren im Umlauf, sie waren allerdings Sonderausgaben, nicht für den normalen Zahlungsverkehr in Gebrauch. Umso mehr hätte sich der alte Kaiser wohl gefreut, dass nun anlässlich seines 1200. Todestages das Domkapitel Aachen in Zusammenarbeit mit Sparkasse und der Firma Euromint eine Sonderprägung herausgeben.

Karls Konterfei vor dem Oktogon mit Geburts- und Todesdatum auf der einen und dem Aachener Dom und der Aufschrift „Dom zu Aachen — Welterbe seit 1978“ auf der anderen Seite zieren ab sofort eine Feinsilber- und eine Goldmedaille, die Dompropst Helmut Poqué gestern entgegennahm. Erstere ist limitiert auf 1200 Exemplare, die Goldmedaille gibt es sogar nur 120 Mal. „Wir setzen damit eine lange Tradition fort“, erzählt Michael Knippschild von Euromint. Zwei Sondermedaillen zu 25 und 30 Jahren Welterbe Aachener Dom gibt es bereits, sowie eine Domtalerserie von 1988 bis 1991.

Mit dem Verkauf der Medaillen wird gesammelt für den guten Zweck, nämlich die Finanzierung der Restaurierung des Aachener Doms. Fünf Euro vom Verkauf der Silbermedaillen und 30 Euro vom Erlös der goldenen Exemplare kommen dem Bauwerk zu Gute. 30 Millimeter Durchmesser und 8,5 Gramm sind die Maße der kleinen Schätze, jede von ihnen ist per Zertifikat einzeln nummeriert.

Auf Anfrage hergestellt

Als „sehr gelungen“ bezeichnet Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen Hubert Herpers die Sonderprägung. „Die Goldmedaillen werden auf Anfrage hergestellt“, erklärt er. Die Wartezeit betrage dann rund eine Woche. Für viele Aachener habe sie einen besonderen emotionalen Wert. „Es sind nicht die Goldanleger, die sich die Sonderprägung kaufen“, erklärt auch Michael Knippschild. Er rechne damit, dass vor allem die goldene Münze schnell ausverkauft sein werde.

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