Aachen: Kaiser Karl gibt‘s jetzt auch als gesprayte Kunst

Aachen: Kaiser Karl gibt‘s jetzt auch als gesprayte Kunst

Er ist einfach massenkompatibel: Mit Karl dem Großen kann man so einiges anstellen. Als Comicfigur, Filmstar und Plastikfigur im Gartenzwerg-Stil hat er sich schon präsentiert. Vor allem in der Kunst hat die Darstellung des frühmittelalterlichen Kaisers großen Anklang gefunden.

Nun ist Karl im Rahmen des Projekts „Karl der Große als gespraytes Kunstwerk“ auch zum Streetartobjekt geworden. Am vergangenen Wochenende hat der bekannte Aachener Graffitikünstler Lars Kesseler alias Lake 13 bei einem euregionalen Projekt mit seinem Heerlener Kollegen Sidney van den Berg alias Desh das Stromhäusschen auf der Krefelder Straße/Ecke Rolandstraße ganz im Zeichen von Karl dem Großen gestaltet. Den ersten Teil des Projekts, die Neugestaltung einer Unterführung am Eschweiler Hauptbahnhof, ist schon fertig gestellt.

Schon am Samstag und Sonntag konnte man die beiden Künstler bei der Gestaltung des vorwiegend violett und orange gestalteten Graffiti-Kunstwerks beobachten. Als Motive hat Lake 13 selbstverständlich Karl selbst, den Reichsapfel, Schriftzüge und die berühmte Signatur des Kaisers ausgesucht und sie in der Pop-Art stilisiert.

Von der ersten Skizze bis zum fertigen Graffiti-Kunstwerk arbeiteten die beiden Sprayer etwa 22 Stunden an den vier Wänden des Stromhäusschens. Die Stawag hatte das Umspann-Haus für die Neugestaltung freigegeben, nachdem es zuvor von einzelnen, tristen und wilden Graffitis gezeichnet war.

Schon seit längerem wollte der jung gebliebene 43-jährige Lake 13 den Aachener Stadtraum mit Graffitis gestalten. Am Blücherplatz etwa hat er ein großes Graffiti anlässlich des Comicfestivals Comiciade gesprüht. Der Künstler ist der Meinung, dass es zu viele ungestaltete und ungenutzte Wände im öffentlichen Raum gibt, die als Kunstobjekt genutzt werden könnten. Lake 13 möchte mit seinen Projekten Farbe, Kunst und Kultur in das Stadtbild bringen.

Kesseler findet es außerdem wichtig, auch Kunst grenzübergreifend zu gestalten. „Wir reden so viel über die Euregio, dann sollten wir es auch umsetzen“, sagt er.

Für die Stadt hat Lake 13 auch eine große Vorbildfunktion. Denn dem 43-Jährigen geht es um legale Kunst, die von Liebe zum Detail geprägt ist, statt schnelles Sprühen in der Nacht. „Er arbeitet ja viel mit jungen Leuten in Schulen und Workshops und hat sich für die legale Seite entschieden“, sagt Susanne Güntner, Kulturbetrieb der Stadt Aachen.

Die Kunstwerke in Aachen und Eschweiler sind auch Teil der Veranstaltungsreihe „Erinnerungen an die Zukunft — Die Generation Charlemagne“. „Es ist wichtig, Erinnerungen für die Zukunft zu schaffen und die nächste Generation anzusprechen“, sagt auch Rick Takvorian, Veranstaltungsmanager des Aachener Kulturbetriebes über die Graffiti-Kunst. „Wir müssen Karl den Großen auch ins Jetzt mitnehmen“, fügt er hinzu.

Das Graffiti wurde vom Kulturbetrieb der Stadt Aachen und dem Land NRW im Rahmen des Karlsjahres finanziert und ist aus einer Kooperation des Aachener Kulturbetriebs mit der Deutschen Bahn, der Stadt Eschweiler und Max Krieger Kulturmanagement sowie der Stawag hervorgegangen.