Aachen: Käthe-Kollwitz-Schule: Neuer Popchor hat bald seinen ersten Auftritt

Aachen : Käthe-Kollwitz-Schule: Neuer Popchor hat bald seinen ersten Auftritt

Schenkel klopfen, klatschen und auf die Zehenspitzen stellen: „Es muss nicht schön sein, nur laut“, ruft Luc Nelissen, als er nach dem Aufwärmen zu den ersten Stimmübungen überleitet. Seit September führt der Niederländer den neuen Popchor der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS), der in Kooperation mit der Musikschule der Stadt Aachen ins Leben gerufen wurde.

Bevor es an die ersten Lieder geht, versucht Nelissen, den rund 50 Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs der Städteregion ein Gefühl für die Lautstärke ihrer eigenen Stimme zu geben. „Das schult eure Bühnenpräsenz“, führt er aus.

Die 16- bis 19-Jährigen kommen seit Beginn des Schuljahrs jeden Mittwoch für anderthalb Stunden in der Aula der Schule zusammen. „Der Spaß am Singen steht ganz oben. Dirigieren ist wie Tennis spielen: Wenn du guten Service bietest, bekommst du auch eine entsprechend gute Rückmeldung“, erklärt Nelissen begeistert.

Und das merkt man: Auch, wenn es hier um ein Schulfach geht und nicht alle freiwillig zur Probe kommen, steckt die motivierende Art des Chorleiters schnell an. Nach kurzer Zeit sind alle mit Begeisterung dabei und singen zur Klavierbegleitung Poplieder wie „Rumor has it“ von Adele oder „Applaus, Applaus“ von den Sportfreunden Stiller.

Die Lieder sucht der erfahrene Chorleiter Nelissen selbst aus. Für ihn sei es wichtig, Lieder einzustudieren, die die Jugendlichen auch in ihrer Freizeit hören: „Das steigert die Motivation.“

Neben der zeitgenössischen Popmusik zeichnet sich der Chor vor allem durch seine Internationalität aus. Hier mischen sich Schülerinnen und Schüler der regulären Klassen mit denen der internationalen Klassen, in denen junge Leute aus dem Ausland Deutsch lernen. „Das verbindet uns sehr“, meint die 17-jährige Schülerin Paula Kutsch. Ein so direkter Austausch mit den internationalen Klassen käme sonst nicht so oft zustande.

Lieder bauen Brücken

Dass die zwölf Schülerinnen und Schüler teilweise noch Probleme mit den englischen Songtexten haben, stört dabei auch nicht. „Das wird mit jeder Probe besser“, erläutert Bildungsgangleiterin Ute Baumgarten, die als Ansprechpartnerin für die ausländischen Jugendlichen jeden Mittwoch mit dabei ist.

„Anfangs habe ich noch aktiv bei den Proben mitgemacht, um eventuelle Berührungsängste abzubauen. Mittlerweile ist das nicht mehr nötig“, betont Baumgarten. Das gemeinsame Singen habe schon viele Brücken gebaut.

Bis Februar finanziert sich der Chor noch über Spenden, die die Musikschule der Stadt Aachen sammelt. „Um den Chor auch im nächsten Halbjahr weiterführen zu können, brauchen wir knapp 2000 Euro Unterstützung“, erläutert Musiklehrerin Maarith Jung. „Wir hoffen sehr, dass wir so viel zusammenbekommen.“

Sie hatte zu Beginn des Schuljahrs die Idee eines integrativen, vokalpraktischen Kurses für die Oberstufe zum Anlass genommen, die Kooperation mit der Musikschule der Stadt Aachen aufzunehmen. Am Samstag, 3. Februar, präsentieren die Schülerinnen und Schüler beim Informationstag der Schule das erste Mal ihr Können vor Publikum.

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