Aachen: Kältefrei? In manchen Schulen bibbern die Lehrer

Aachen : Kältefrei? In manchen Schulen bibbern die Lehrer

Kältefrei? Ja bitte, hätte da wohl der Sohn von Freddie Frost in den vergangenen Tagen gerne gesagt. Sein Vater (sein wirklicher Name ist der Redaktion bekannt) berichtet, dass sein Junge an der Maria-Montessori-Gesamtschule doch mitunter arg gefroren habe.

„Aktuell ist es nicht kalt im Gebäude“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Petra Cönen, „derzeit sind die Temperaturen in Ordnung.“ Die Klassenräume an der Bergischen Gasse seien jedenfalls nicht so unterkühlt, dass kein Unterricht möglich sei, erklärt Cönen. Gebibbert wird allerdings im Lehrerzimmer, das unten im Keller liegt.

Auch das Kollegium an der 4. Aachener Gesamtschule an der Sandkaulstraße muss sich in diesen Tagen mitunter etwas wärmer anziehen. Einige der „Teamräume“ seien nicht auf dem richtigen Temperaturniveau, berichtet der didaktische Leiter Martin Spätling. Aber Spätling ist viel zu fasziniert von der Architektur seiner Schule („Die bringt die Transparenz zum Ausdruck, die uns wichtig ist“), als dass etwas Frische ihm die Laune verdirbt.

In seinem Büro hat er zuletzt mal wegen eines defekten Heizkörpers gefroren, „aber sowas kommt überall vor“. Grundsätzliche Probleme sieht er nicht, stellt es sich allerdings auch nicht einfach vor, die Heizung für einen Gebäudekomplex dieser Größenordnung „perfekt“ zu regulieren.

Automatische Fehlermeldung

Darum bemüht sich die Stadt allerdings mit modernen Methoden, wie Björn Gürtler vom städtischen Presseamt erläutert. Über ein sogenanntes E-View-System erfahre das städtische Gebäudemanagement automatisch von möglichen Defekten der Heizungsanlagen. Die seien so eingestellt, dass sie an besonders kalten Tagen frühzeitig ansprängen und für wohltemperierte Klassenzimmer zum Unterrichtsbeginn sorgten.

Montagsmorgens allerdings sei es mitunter etwas kühl, berichtet Petra Cönen, weil im Schulgebäude über das Wochenende die Heizung heruntergefahren werde, um Energie zu sparen. Manche Lehrer würden kleine Heizöfen mitbringen, um es im Büro etwas wärmer zu haben. Über kalte Klassenzimmer allerdings hätten Schüler bislang noch nicht geklagt.

Die bringen dabei selbst einige Heizenergie in Form von menschlicher Wärme mit. Wenn allerdings in einem Physik-Leistungskurs in der Oberstufe nur zehn Leute still und konzentriert arbeiteten, strahlten sie nicht so viel Wärme ab. Dann könne es schon etwas kühl sein, erklärt Cönen.

Keiner müsse frieren, betont Gürtler, gegebenenfalls sollten sich die Schulen zwecks Nachjustierung ans Gebäudemanagement wenden. Und eigentlich seien die Bauten auch gut isoliert. Seit Jahren orientiere man sich mit dem „Aachener Standard“ an den Werten von Passivhäusern. „Eigentlich gibt es da keine Schwierigkeiten“, sagt Gürtler.

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