Élysée-Nachfolgevertrag: Kabinett billigt neuen deutsch-französischen Freundschaftsvertrag

Élysée-Nachfolgevertrag : Kabinett billigt neuen deutsch-französischen Freundschaftsvertrag

Die Bundesregierung hat den Weg für den neuen deutsch-französischen Freundschaftsvertrag freigemacht. Das Kabinett billigte am Mittwoch in Berlin formal den Élysée-Nachfolgevertrag, der am 22. Januar in Aachen feierlich unterzeichnet werden soll.

Die Vereinbarung bringe eine „neue Qualität der Zusammenarbeit“ beider Länder, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Deutschland und Frankreich wollen sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gemeinsam stellen.“

Der neue Aachener Vertrag soll auf den Tag genau 56 Jahre nach dem Élysée-Vertrag geschlossen werden. Der frühere Bundeskanzler Konrad Adenauer und der damalige französischen Präsidenten Charles de Gaulle hatten am 22. Januar 1963 damit die Freundschaft der einst verfeindeten Länder besiegelt.

Vom neuen Vertrag erwartet sich Unions-Fraktionsvize Andreas Jung (CDU) neue Impulse für die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich: „Unsere Zeit stellt uns vor neue Herausforderungen, auf die wir gemeinsam Antworten geben müssen.“ Der Linken-Außenpolitiker Stefan Liebich spricht hingegen von einer „vertanen Chance“. Der Zeitung „Neues Deutschland“ sagte Liebich, statt auf gemeinsame soziale Mindeststandards setzten beide Regierungen auf eine engere Kooperation beim Militär und der Bekämpfung illegaler Migration.

(dpa)