Aachen: Junges musikalisches Trio spielt in der Citykirche

Aachen : Junges musikalisches Trio spielt in der Citykirche

Pia Ockenfels, Ella Rosenberg und Emilia Marienfeld können stolz auf sich sein. Die drei Musikerinnen spielten vor voll besetztem Haus in der Citykirche ein mitreißendes Konzert. Dem Publikum wurde unter dem Titel „Mi música querida — Classic und Tango“ ein vielfältiges musikalisches Programm mit Musik aus vier Jahrhunderten geboten.

Barockklänge und Tango-Rhythmen prägten das Konzert. Eröffnet wurde das rund einstündige Konzert mit dem „Tango a cordes“, komponiert von der französischen Akkordeonistin und Sängerin Lydie Auvray. Es folgte Astor Piazzollas „SVP“.

Mit Geige, Klavier, Flöte, Akkordeon und Gesang überzeugten die jungen Talente und zeigten die gesamte Bandbreite ihres musikalischen Könnens. Pia Ockenfels, geboren 1999, begann mit fünf Jahren mit ihrem ersten Blockflötenunterricht. Seit 2006 spielt sie auch Akkordeon. Sie ist mehrfache Preisträgerin des Musikwettbewerbs „Jugend musiziert“ und gewann im Bereich „Ensemble: Alte Musik“ den 1. Bundespreis 2016.

Gemeinsam mit Ella Rosenberg, ebenfalls 1999 geboren, bildet sie sie seit 2016 ein Duo, das regelmäßig an verschiedenen Orten auftritt. Rosenberg begann 2005 mit dem Klavierspielen, seit 2016 spielt sie zudem regelmäßig Cembalo und Orgel. Auch sie ist mehrfache Preisträgerin des „Jugend musiziert“-Wettbewerbs und studiert seit 2017 an der Musikhochschule in Lübeck. Emilia Marienfeld, die letzten im Bunde beim Konzert am Freitag, spielt Geige, Klavier, Orgel und singt regelmäßig im Singkreis St. Johannis.

Sie ist Mitglied des Folk Baltica und hat mit diesem Ensemble schon Konzerte in ganz Deutschland und Dänemark gegeben. Wie auch Ockenfels und Rosenberg fühlt sie sich in mehreren Musikstilen zu Hause. Wie der Titel schon versprach, gab es viel Klassik und viel Tango auf die Ohren. Georg Philipp Telemanns „Sonate in F-Dur“, aus der das Vivace, das Largo und das Allegro gespielt wurden, war auch für den Laien gut als barockes Werk zu erkennen.

Leider erwies sich die Akustik der Kirche schlecht geeignet für die Kombination aus Cembalo und Flöte, in den hinteren Reihen verlor das Stück deutlich an Lautstärke. In die Welt des Tango entführte dann Auvrays „Choco Flanel“. Sehr gut ergänzten sich die Pizzicati in der Violine sowie die Akkordeonklänge. Der Zuhörer wurde eingeladen, seine Gedanken in eine laue Nacht nach Südfrankreich oder Italien schweifen zu lassen. Auch solistisch zeigten die Musikerinnen ihr Können.

Das „Präludio“ von Adamo Volpi (1911-1980) spielte Ockenfels herausragend gut. Außerdem war das Stück eine gute Möglichkeit zu zeigen, warum das Akkordeon in einigen südamerikanischen Ländern in der Kirchenmusik lange Zeit als Orgelersatz genutzt wurde. Mit drei Stücken aus Robert Schumanns „Kinderszenen“ überzeugte Ella Rosenberg.

„Bittendes Kind“ klang weich wie ein warmer Sommerregen, musikalisch konnte man dem Kind in „Kind im Einschlummern“ beim Einschlafen zusehen und „Wichtige Begebenheit“ war aufgewühlt und aufgeregt wie ein Kind, dass das Gefühl hat, es stünde etwas Wichtiges bevor. Schlussstück des Abends war Piazzollas berühmter „Libertango“, das erste Stück, das Ockenfels und Rosenberg gemeinsam gespielt hatten.

Nach langem Applaus und lauten „Zugabe-Rufen“ verabschiedeten die Musikerinnen ihr Publikum mit einer wunderschönen Version von „Der Mond ist aufgegangen“ - inklusive Gesang. Alles in Allem eine schöne Gelegenheit für die Musikerinnen, ihr Können in Aachen zu zeigen.

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