Aachen: Junge Protestler sehen die Freiheit im Internet bedroht

Aachen: Junge Protestler sehen die Freiheit im Internet bedroht

Die Generation Facebook ruft auch in Aachen zum Protest gegen das geplante Handelsabkommen mit dem Kürzel ACTA auf.

Mehrere hundert Menschen wollen am Samstag einem Aufruf verschiedener Aachener politischer Organisationen und Hochschulgruppen folgen und sich den an diesem Tag europaweit stattfindenden Demonstrationen gegen ACTA anschließen.

Es sind vorwiegend Jugendliche und junge Erwachsene, die das ACTA-Abkommen als ernsten Angriff auf die Freiheit im Internet sehen. ACTA steht für „Anti-Counterfeitung Trade Agreement”, mit dem internationale Standards gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen festgelegt werden sollen.

Insbesondere die Musik- und Filmindustrie erhofft sich davon einen besseren Schutz vor Raubkopien und illegalen Downloads. Kritiker fürchten jedoch, dass das geplante Anti-Piraterie-Abkommen zur „totalen Überwachung des Internets” führt. So ist bislang unter anderem vorgesehen, auch Internetanbieter für Urheberrechtsverstöße ihrer Nutzer in Haftung zu nehmen. Bei mehrmaligen Verstößen gegen das Urheberrecht soll den Nutzern der Internetzugang gesperrt werden. Umzusetzen wäre dies nur durch eine permanente Überwachung.

Durch die europaweiten Proteste am morgigen Samstag soll eine Ratifizierung des Abkommens durch das EU-Parlament verhindert werden. In Aachen rufen unter anderem Jusos, Grüne Jugend, Piraten, Chaos Computer Club, Fachschaft Philosophie und weiter Gruppen zu einer Demonstration auf. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Theaterplatz, von dort geht es zunächst Richtung Markt und weiter zum Super-C-Vorplatz am Templergraben. Zu diesem Anlass soll auch ein offener Brief an Martin Schulz, EU-Parlamentspräsident, verfasst und übergeben werden.

Es gehe darum, das Internet in seiner heutigen Form zu erhalten, meint Leo Haufs, Sprecher des Arbeitskreises Netzpolitik in der Aachener SPD, der auf eine möglichst breite Unterstützung hofft. Über Facebook sollen nach Angaben von Max Render, einer der Initiatoren von „Aachen gegen ACTA”, bis Mittwoch knapp 400 Menschen ihre Teilnahme zugesagt haben. Die Veranstalter haben laut Polizeiangaben zunächst etwa 300 Teilnehmer erwartet.