Jugendsinfonieorchester begeistert Publikum : Junge Musiker beweisen ihr Können

Jugendsinfonieorchester begeistert Publikum : Junge Musiker beweisen ihr Können

Das Aachener Jugendsinfonieorchester hat mit einem Auftritt am Tag der Deutschen Einheit das Publikum im Theater Aachen begeistert. Die Arbeit von Kapellmeister Mathis Groß zahlte sich aus.

Man kann die Leistung von Walter Mengler gar nicht hoch genug einschätzen, als der langjährige und viel zu früh verstorbene Cellist des Aachener Sinfonieorchesters vor 23 Jahren das Jugendsinfonieorchester Aachen gründete, in dem alljährlich etwa 70 junge Instrumentalisten an etlichen Probenwochenenden ein anspruchsvolles sinfonisches Programm einstudieren. Der Auftritt des Orchesters am Tag der Deutschen Einheit gehört mittlerweile zu den schönsten Traditionen des Aachener Musiklebens, und Kapellmeister Mathis Groß kümmert sich ebenso intensiv und liebevoll um die Nachwuchs-Musiker wie sein Vorgänger.

Dabei beeindruckt nicht nur das hörenswerte Ergebnis der Arbeit, sondern auch die effektive Unterstützung durch Profi-Musiker aus dem Aachener Sinfonieorchester und der Musikschule, das Entgegenkommen des Theaters und Hilfen vom Verein der Musik- und Theaterfreunde und dem Verein des Medienhauses Aachen Menschen helfen Menschen.

Geschlossener Klangkörper

An Ehrgeiz und Können fehlt es den jungen Musikern beileibe nicht. Mit der 1. Symphonie des 15-jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy war das Hauptwerk des diesjährigen Programms zwar mit keinem so kapitalen Brocken wie Beethovens „Pastorale“ vor zwölf Monaten besetzt. Der junge Mendelssohn hat aber die Vorbilder von Mozart, Schubert und Beethoven so intensiv studiert, dass es seinem symphonischen Erstling nicht an spieltechnischen und klang­lichen Tücken mangelt.

Und da hörte man gleich in den ersten Takten, wie viel Arbeit Mathis Groß investierte, um die Musikerschar zu einem geschlossenen Klangkörper zu formen, ein möglichst genaues Zusammenspiel anzustreben und die intonatorischen Schwierigkeiten unter Kontrolle zu halten. Zu hören war ein mehr als achtbarer Vortrag einer anspruchsvollen Symphonie aus der Feder eines Komponisten, der das Werk im gleichen Alter wie das vieler seiner jungen Aachener Interpreten niederschrieb. Für besonders erfreuliche Überraschungen sorgen stets die Auftritte der hoch begabten Solisten, so auch der der 19-jährigen Aachener Harfenistin Caroline Nobst, die mit Camille Saint-Saëns’ selten zu hörendem Konzertstück in G-Dur für Harfe und Orchester op. 154 begeisterte.

Spielstärke demonstriert

Angesichts des transparenten Orchesterparts konnte die Harfenistin ihre Spielstärke unbeschwert demonstrieren, wobei sie den neoklassizistisch angehauchten Ton des charmanten und dankbaren Werks stil- und zielsicher traf.

Zum Auftakt der Matinee präsentierte sich das mit einer mächtigen Blechbläser-Batterie angereicherte Orchester in besonders großer Besetzung, um Modest Mussorgskys orchestralen Hexensabbat „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“ voluminös und druckvoll zum Klingen zu bringen.

Lang anhaltender Beifall im gut besuchten Aachener Theater.

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