Aachen: Junge Leute für den Dom gewinnen

Aachen: Junge Leute für den Dom gewinnen

„Der Erhalt, die Zukunftssicherung und die Verdeutlichung der Idee des Welterbes Aachener Dom bleiben nach wie vor unsere vordringlichste Aufgabe”, sagte Beiratsvorsitzender Michael Wirtz bei seiner Rede auf der Jahrestagung der Europäischen Stiftung für den Aachener Dom (ESAD).

Die bisherigen Erfolge der Stiftung seien im 15. Jahr ihres Bestehens höchst verdienstvoll, aber bei weitem nicht genug. Mit Blick auf die letzte Phase der Innensanierung des Domes wirbt die Stiftung auch in Zeiten knapper öffentlicher Fördermittel für ein verstärktes Engagement für den Aachener Dom.

Eines seiner Hauptanliegen der Stiftung ist es, die Jugend in die einzubinden und die Förderung des Europagedankens im Geist des christlichen Welterbes Aachener Dom. Die jüngste Erweiterung der Stiftungsaufgaben über die Denkmalpflege hinaus hat insbesondere die jungen Menschen im Blick. Anfang 2011 wird dies in Zusammenarbeit mit der Konrad- Adenauer-Stiftung (KAS) mit einer Jugendbegegnung in Aachen umgesetzt. Im Herbst folgt ein überregionaler Studientag.

Im weiteren Verlauf des Jahrestreffens erörterte der Aachener Historiker Professor Max Kerner die Pläne für eine grundlegende Schriftenreihe über den Dom. Der erste Band wird sich mit der „Archäologie der Marienkirche” beschäftigen. Kurator Professor Bernd Mathieu, Chefredakteur dieser Zeitung, stellte das Konzept der Arbeitsgruppe „Medien” vor. In punktgenauen Beispielen beschrieb er die Möglichkeiten, den Dom über die Grenzen Aachens hinaus vorzustellen und sein Potenzial im Hinblick auf Bekanntheitsgrad und Ausstrahlungskraft zu erhöhen.

Aus Südtirol hatte die Stiftung den Landeshauptmann und Präsidenten der Region Trentino-Südtirol, Dr. Luis Durnwalder, eingeladen. Neben der Betrachtung der Entwicklung des heutigen „Projekt Europa” der 27 Mitgliedsstaaten, ging er vor allem auf die aktuelle Situation in Südtirol ein: „Die europäische Gesellschaft kann ohne christliche Grundwerte nicht verstanden werden. Christliche Werte werden weiter für die Identität Europas unverzichtbar sein und seine Zukunft prägen”.

Eingebunden wurde der Vortrag in ein Kammerkonzert mit Klavier und Flöte. Die Ausführenden Antonio Acunto, Klavier, und Brigitte Molt, Flöte, spielten Werke von Scarlatti, Chopin, Liszt und Brahms.

Das festliche Pontifikalamt zelebrierte der Bischof der Diözese Brixen-Bozen, Dr. Karl Golser, mit Aachens Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff, Weihbischof Karl Reger und Mitgliedern des Aachener Domkapitels. An diesem Wochenende (13. November) bildet das 25. „Jubiläums-Benefizkonzert” sozusagen den Abschluss des Treffens der Kuratoren in Aachen.