Jugendliche lernen im Theater Aachen

Kostenloses Theaterprojekt hilft bei der Selbstfindung: Konzipieren, ausprobieren, werkeln, schauspielern

Wer bin ich? Wo komm ich her? Wo geht die Reise hin? Welche Rolle spielen bei all dem meine Eltern, meine Freunde, ich selbst? Beim neuen Theaterprojekt „ICH ist ein anderer“ des Theaters Aachen können Jugendliche von 14 bis 18 Jahren solchen Fragen nach Herkunft, Identitätsbildung, äußeren Einflüssen und dem tatsächlichen „Ich“ auf den Grund gehen.

Dabei geht es nicht darum, ein Skript auswendig zu lernen und vorzuspielen, sondern das komplette Theaterstück gemeinsam zu erarbeiten. „Wir haben zwar ein konzeptionelles Gerüst vorbereitet, an dem wir uns orientieren können, doch im Vordergrund steht ein dynamischer und sehr offener Arbeitsprozess, bei dem die Ideen, Geschichten und Biografien der teilnehmenden Jugendlichen berücksichtigt werden“, erklärte Dramaturgin Vivica Bocks.

Das Projekt ist in drei Workshops aufgeteilt, die die Bereiche „szenisches Schreiben“, „szenisches Spiel“, „Video“, „Kostüm“ und „Bühnenbild“ umfassen. Am Ende laufen alle Arbeiten in der Aufführung des Theaterstücks bei der Premiere am Freitag, 15\. Februar, in der Kammer des Theaters Aachen zusammen. Drei weitere Aufführungen sollen folgen. „Wir sind schon ganz gespannt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt“, sagte Projektleiterin Katrin Eickholt. „Die verschiedenen Workshops sind breit aufgestellt, sodass die Jugendlichen viele Möglichkeiten haben, sich auszuprobieren. Wir hoffen auf eine bunt gemischte Gruppe.“

Neben Eickholt und Bocks gehören Ana Valeria Gonzalez (Theaterpädagogin und Regisseurin), Laura Wallrafen (Bühnenbild), Dominique Muszynski (Kostüm) und David Gerards (Video) zu den Theaterprofis, die das Projekt in ihren Bereichen leiten werden. „Dank der Förderung durch das Programm des Deutschen Bühnenvereins ‚Zur Bühne‘ im Rahmen von ‚Kultur macht stark‘ und unsere Bündnispartner die Stadt Aachen und das Sozialwerk Aachener Christen können wir das Theaterprojekt kostenlos anbieten“, freute sich Eickholt. Bocks fügte hinzu: „Alle Jugendlichen, die zwischen 14 und 18 Jahre alt sind und Lust auf facettenreiches Theater haben, sind willkommen! Keiner wird nach Hause geschickt. Und wenn ein Geschwisterkind Interesse hat, das ein Jahr älter oder jünger ist, kriegen wir das auch noch hin.“

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