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Aachen: Jugendcamp „FH4you“: Erlerntes direkt in die Praxis umsetzen

Aachen : Jugendcamp „FH4you“: Erlerntes direkt in die Praxis umsetzen

Viele sind schon an der Aufgabe gescheitert, auch Mädchen für technische Berufe zu begeistern. Die Fachhochschule Aachen jedoch zeigt, wie es richtig geht: einfach selbst machen lassen. Schon zum siebten Mal fand nun das Jugendcamp „FH4you“ statt, das Mädchen die Gelegenheit gibt, sich selbst an den technischen Apparaturen zu versuchen.

Die aktuelle Veranstaltung ist beendet, und neben viel neuem Wissen nehmen die Schülerinnen auch etwas Handfestes mit nach Hause.

An insgesamt vier Tagen öffneten unter anderen die Fachbereiche Luft- und Raumfahrttechnik, Bauingenieurwesen, Maschinenbau und Elektrotechnik ihre Labortüren. „Das Camp bietet einen guten Einblick in viele verschiedene Ingenieurwissenschaften und die Möglichkeit, neu Erlerntes direkt in praktischen Übungen anzuwenden“, so die Sozialpädagogin und Organisatorin Miriam Aldenhoven.

Die Anwendung war in diesem Fall eine der derzeit vielversprechendsten Technologie in der Fertigung: der 3D-Drucker. Die 20 künftigen Schulabgängerinnen aus der neunten und zehnten Klasse konnten nach einer Einweisung ihre eigenen Schlüsselanhänger am Computer gestalten, die dann über Nacht gedruckt wurden.

„Im Unterschied zu herkömmlichen Fertigungsmethoden hat man hier völlige Geometriefreiheit. Man kann also mehr oder weniger alles herstellen, was man sich so vorstellen kann“, erklärte Martin Christians, Mitarbeiter des Kompetenzbereichs Kunststoffe an der FH Aachen.

Christians wies bei seiner kurzen Präsentation auch gleich auf die Schranken hin, die der 3D-Druck trotz aller Gestaltungsfreiheit mitbringt. So mussten die Schülerinnen bedenken, dass sie sich auf eine Farbe und ein Material beschränken müssen. Auch sollten die Strukturen nicht allzu fein werden und größere Hohlräume vermieden werden, weil der Drucker diese manchmal nicht überbrücken kann.

Neben Kunststoff, mit dem die Schülerinnen ihre Schlüsselanhänger druckten, kommen inzwischen auch ganz andere Materialen für diese Technologie in Frage. So sind etwa Drucke aus Metall, Gips oder Kunstharz möglich, die alle auf unterschiedlichen Fertigungsmethoden basieren und andere Eigenschaften mit sich bringen.

Und vielleicht werden sie schon bald unter den Händen einer dieser Camp-Besucherinnen neue Formen annehmen. Denn auch wenn der 3D-Druck noch nicht alles herstellen kann, begeistern kann diese Technik schon heute.