Aachen: „Jugend debattiert“: Ein fairer Kampf mit wohl gewählten Worten

Aachen : „Jugend debattiert“: Ein fairer Kampf mit wohl gewählten Worten

„Selten haben wir eine so kurzweilige, regelkonforme und unterhaltsame Debatte erlebt wie heute Abend.“ Zu diesem Schluss kamen die Juroren, nachdem die Schüler der Sekundarstufe II beim Regionalfinale „Jugend debattiert“ die Frage beleuchteten, ob es sinnvoll sei, im Gemeinderat eine Jugendquote einzuführen.

„Aber ja“, meinte Lars Waltering vom Anne-Frank-Gymnasium. Die Jugend sei auf kommunaler Ebene nicht repräsentativ vertreten, und das sei ein klares demokratisches Manko. Unterstützung bekam er durch Maryam Elouhadne (St. Leonhard-Gymnasium), die meinte: „Die Jugend fühlt sich nicht ernst genommen.“

Andreas Plum aus Geilenkirchen war da ganz anderer Ansicht. Der Jugend mangele es an Erfahrung, um einen solchen Posten adäquat ausfüllen zu können, außerdem sei eine solche Maßnahme verfassungswidrig. Veronika Stockem (St. Leonhard) gab ihm Recht. „Mit der Jugendquote gewährt Ihr einer Bevölkerungsgruppe bessere Chancen. Das ist undemokratisch.“

Während die Debattanten ihre Argumente austauschten, machten sich die Juroren eifrig Notizen. „Es ist schwer, zu einen gerechten Urteil zu kommen“, sagten sie, bevor sie die Sieger dann bekanntgaben. Und eines hatte Schulleiter Wolfgang Gurzan schon gleich zu Beginn dieser Debattierrunde im Anne-Frank-Gymnasium klargestellt: „Alle, die es bis in die Regionalrunde geschafft haben, sind Sieger.“ Insgesamt waren das acht Schüler, vier aus der Sekundarstufe I, vier aus der Sekundarstufe II.

Die Jüngeren lieferten sich eine Redeschlacht über eine Erhöhung der Geldbußen wegen Verschmutzung des öffentlichen Raums. Dabei ging es an jeder Stelle fair und geordnet zu. Auf die Rede folgte die Gegenrede, und zum Schluss gab es jeweils eine Art Zusammenfassung der unterschiedlichen Standpunkte. Ein Glöckchen erinnerte an das Ende der Redezeit.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Armin Laschet hatte den Schülern ein Grußwort zukommen lassen. Seinen Standpunkt fair zu vertreten, sei keine leichte Aufgabe, die sehr viel Mut erfordere, hatte er die Schüler wissen lassen. Die erledigten ihre Aufgabe jedenfalls mit Bravour. Andreas Plum und Veronika Stockem waren nach Meinung der Jury besonders überzeugend. Sie werden im März am Landeswettbewerb in Oberhausen teilnehmen. Darauf werden sie mit einem Rhetorik-Seminar vorbereitet. Ebenso wie Linda Clesius (Geschwister-Scholl-Gymnasium) und Sophia Beyer (Erkelenz): Sie haben den Wettbewerb im Bereich Sekundarstufe I gewonnen.

(mas)
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