Aachen: Jürgen Linden animiert die Bieter mit Erfolg

Aachen: Jürgen Linden animiert die Bieter mit Erfolg

„Jetzt macht es richtig Spaß, jetzt fängst es richtig an”, kommentierte Auktionator Jürgen Linden, als er bei der Kunstauktion der Theater-Initiative Aachen Grafiken, Bilder, Radierungen und Gemälde renommierter Künstler unter den Hammer brachte.

Bei Eugenie Bongs-Beers Werk „falling light” schnellten die Kärtchen der Bieter in die Höhe und trieben den Preis in Windeseile von den 250 Euro Startgebot auf 700 Euro. Sehr zum Wohlgefallen von Auktionator Linden. Der frühere Oberbürgermeister gab sich redlich Mühe, das Publikum in spendierfreudige Laune zu versetzen - und das zu einem guten Zweck.

Der Erlös der Versteigerung, die die Theater-Initiative Aachen organisiert hatte, geht zu Gunsten des Förderprojektes „Erste Schritte”. Das Projekt ermöglicht jungen Gesangstalenten den Start auf der Bühne durch ein Praktikum im Aachener Ensemble.

„Am liebsten würden wir natürlich alle Bilder verkaufen und das möglichst hoch”, sagte Dr. Ingrid Böttcher, Vorsitzende der Theater-Initiative Aachen, vor Beginn der Auktion. Abseits materieller Interessen diene die Auktion aber auch dazu, die gute Vernetzung kultureller Einrichtungen zu demonstrieren. „Und sie ist eine gute Möglichkeit, Kultur zu stärken”, fügte sie hinzu.

Das Spiegelfoyer im Aachener Theater jedenfalls war gut besucht, als Linden die insgesamt 48 Objekte von 39 Künstlern vorstellte. Zuvor hatte er die Regeln der Auktion akribisch erklärt. Dann wartete er immer wieder geduldig auf Gebote. „Es ist ein wunderschöner Frühlingstag. Geben Sie sich einen Ruck”, animierte er sein Publikum. Und: „Wir haben nur dreieinhalb Minuten Zeit pro Bild. Sie müssen sich schon ein bisschen anstrengen.”

Bei Pit Brüssels Arbeit, einer Schwarz-Weiß-Fotografie von einem Raum im Atelierhaus mit eingezeichnetem Verlauf einer Drahtinstallation, läuft alles wie am Schnürchen. Die Bieter sprengen die 1000-Euro-Grenze. Das Bild bringt 1150 Euro ein. Damit dürfte auch Dr. Ingrid Böttcher zufrieden sein. Auch mit der Gesamteinnahme, die bei 14 000 Euro liegt.

Ihr Dank gilt vor allem auch den Künstlern, die ihre Bilder teilweise ganz unentgeltlich zur Verfügung stellten, oder aber 70 Prozent des Erlöses an den Förderverein geben. Und der finanziert mit dem Geld ausgewählten, talentierten Künstlern ein Stipendium, damit sie am Theater Aachen erste Praxiserfahrungen sammeln können.

„Erste Schritte” gibt es seit drei Jahren. Laut Theater-Initiative Aachen haben die Stipendiaten eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Fernziel sei die Einrichtung eines Opernstudios am Theater in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, Standort Aachen.

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