Jüdische Geschichte in der Citykirche

„Leben nach dem Überleben“ : Holocaust-Verfolgte erhalten ein Gesicht

Auch wenn es über 70 Jahre her ist, für die Überlebenden des Holocaust ist er immer noch Teil der Gegenwart. Sie haben überlebt – doch wie ist das Leben nach dem Überleben? Der Verein „Amcha“ hat zusammen mit der Fotografin Helena Schätzle die Fotoausstellung „Leben nach dem Überleben“ entwickelt.

„Amcha“ ist ein Verein, der sich für die psychologische Betreuung von Holocaust-Überlebenden und deren Familien in Israel einsetzt. Dem Vorstand von „Amcha“ Deutschland, Lukas Welz, ist es besonders wichtig, das Verständnis der Gesellschaft für das Thema zu schärfen. Es gibt auch heute noch Überlebende, und sie sind geprägt von den schweren Traumata, die sie erlebt haben.

Um diese seelischen Wunden zum Ausdruck zu bringen, ist die vielfach ausgezeichnete Fotografin Helena Schätzle nach Israel gereist und hat zusammen mit „Amcha“ 14 Überlebende des Holocaust begleitet und im Kreis ihrer Angehörigen porträtiert. Die Ergebnisse zeigt die Städteregion Aachen in Kooperation mit der ökumenischen Citykirche St. Nikolaus.

Helene Schätzle war es besonders wichtig, dass die Fotos die Geschichte der Überlebenden erzählen, und die Trauer, die Angst oder auch die wiedergewonnene Freude darstellen. „Die Überlebenden in Israel wollen, dass ihre Menschlichkeit auf den Fotos gezeigt wird. Im Holocaust wurde versucht, ihnen das Menschsein zu nehmen“, so Helena Schätzle.

Die Ausstellung „Leben nach dem Überleben“ zeigt nicht nur Fotos, sondern auch Zitate und Videosequenzen, die allesamt Momente von tiefer Einsamkeit, schrecklichen Erlebnissen aber auch beeindruckende Vitalität zeigen. Die Ausstellung kann man bis zum 3. Februar kostenlos in der Citykirche St. Nikolaus an der Großkölnstraße besichtigen.

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