Lux-Filmpreis: Jetzt müssen die EU-Parlamentarier entscheiden

Lux-Filmpreis : Jetzt müssen die EU-Parlamentarier entscheiden

Europäischer Filmsonntag am 17. November. Drei Streifen haben den Weg ins Finale gefunden. Deutsche Untertitel.

Passend zur Vorweihnachtszeit steht am 17. November zum vierten Mal der Europäische Filmsonntag ins Haus. Unterstützt von der Stadt Aachen, der Karlspreisstiftung, dem Europäischen Parlament und der im Capitol am Seilgraben gastgebenden Familie Stürtz kommen Cineasten und alle diejenigen, die sich für gute Europäische Filme interessieren, voll auf ihre Kosten. Drei Filme aus einer stattlichen Bewerberzahl für den LUX-Filmpreis fanden den Weg ins Finale, in dem die Mitglieder des Europäischen Parlaments den Sieger ermitteln. Dabei nimmt Europaabgeordnete Sabine Verheyen das abschließende Votum der Aachener Zuschauer mit nach Brüssel.

Der LUX-Filmpreis macht seit einigen Jahren Station in Aachen. „Wir möchten mit diesem Format einerseits die gute europäische Filmlandschaft präsentieren und andererseits durch das Medium Film zu einer innereuropäischen Kommunikation beitragen“, unterstreicht Verheyen vehement den tieferen Sinn des Ganzen.

Dies sind gleichzeitig auch die Hauptziele des Filmpreises, Verbindung zwischen den Völkern der Staatengemeinschaft durch Anerkennung und Darstellung der Unterschiede, Stärken und Probleme schaffen und gleichzeitig die im strengen Wettbewerb mit den großen Produktionsfirmen stehenden Filmschaffenden unterstützen. „Aachen ist dafür genau die richtige Stadt und das Capitol genau das richtige Kino“, zeigte sich auch Kulturdezernentin Susanne Schwier von der Idee überzeugt.

Die Veranstaltung ist durchaus etabliert, der Besucherzuspruch immer gut. Allerdings sollten sich Interessierte im Vorfeld das notwendige Sitzfleisch zulegen. Der Tag beginnt nämlich bereits um 10.30 Uhr mit einer kleinen Einstimmung durch Sabine Verheyen und endet gegen 18 Uhr. Dazwischen liegen die Vorführung der drei Finalfilme sowie ein Imbiss und eine Kaffeepause. Für insgesamt 15 Euro pro Person ein durchaus günstiger Zeitvertreib, im besten Fall ist auch das Wetter November-mäßig.

Die Filme sind deutsch untertitelt, um auch in diesem Punkt die nationalen Eigenheiten darzustellen. Als erster Film läuft an diesem Tag eine europäische Gemeinschaftsproduktion mehrerer Länder mit dem Titel „Wer tötete Dag Hammarskjöld?“. Regisseur und Drehbuchautor Mads Brügger nähert sich hier dem ungeklärten Tod des ehemaligen UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld, der bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben kam.

Film Nummer zwei heißt „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“, Regie führte Teona Strugar Mitevska. Produziert in einer Kooperation zwischen Nordmazedonien, Belgien, Slowenien, Frankreich und Kroatien werden gleich mehrere Probleme angesprochen: Patriarchat, Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Gleichberechtigung, Frauen in der Kirche sowie der Umgang der Altvorderen mit neuen Situationen, neuen Denkweisen. Den Tag beschließen wird der spanische Beitrag „The Realm (El Reino)“. Der Politthriller von Regisseur Rodrigo Sorogoyen thematisiert die politische Korruption, die weltweit die Politik zersetzt und Menschen denken lässt, ihr Verhalten sei richtig. Abschließend können die Besucher ihren Favoriten wählen.

Veranstalter Moritz Stürtz freut sich bereits auf den Tag: „Diese Idee passt in eine allgemeine Entwicklung, der europäische Film wird für viele Kinobesucher immer interessanter“. Der Vorverkauf hat im Cineplex im Kapuzinerkarree und im Capitol begonnen.

www.luxprize.eu

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