Aachen: Jecke bleiben in den Stadtteilen trocken, es regnet nur Kamelle

Aachen : Jecke bleiben in den Stadtteilen trocken, es regnet nur Kamelle

Der Himmel war zwar grau verhangen, dennoch kamen die vielen Umzüge in Aachens Stadtteilen trockenen Fußes voran und letztendlich auch ins Ziel. Überall herrschte beste Stimmung, und auch mit Kamellen geizten die Jecken auf den Wagen nicht. Da blieben natürlich auch die Zuschauer nicht aus, und sobald ein Zug in Sicht war, bildeten sich Trauben von Menschen.

Richterich

Blumentöpfe haben sich in Lichtenbusch (oben) auf den Weg gemacht. Der Brander Pastor Ralf Freyaldenhoven (rechts) ist als Mitglied der Prinzengarde Brander Stiere in Uniform unterwegs.

Dass die Koe Jonge Richterich in diesem Jahr wieder mit einem Kinderprinzen aufwarten konnten, freute Patrick Poqué, Präsident und erster Vorsitzender, ganz besonders. Kinderprinz Leon I. thronte hoch oben in seiner Ritterburg und war mit Hofstaat und Mini­garde eines der Highlights des diesjährigen Karnevalsumzugs in Richterich. 45 Kinder zählt der Verein inzwischen, und das lässt Poqué mit Optimismus in die Zukunft schauen. Zum ersten Mal trafen sich die Jecken in diesem Jahr nach dem Zug zum karnevalistischen Ausklang auf dem Rathausplatz.

Blumentöpfe haben sich in Lichtenbusch (oben) auf den Weg gemacht. Der Brander Pastor Ralf Freyaldenhoven (rechts) ist als Mitglied der Prinzengarde Brander Stiere in Uniform unterwegs.

Haaren

Ein echter Hingucker in Haaren: Die Feuerwehr präsentiert sich „in Flammen“, und zum Löschen sind Feuerlöscher und eine sehr junge Feuerwehrfrau dabei.

In Haaren gingen die Karnevalisten zum 35. Mal mit ihrem Zug auf die Straße und konnten dabei einen Rekord vermelden: 17 Gruppen aus Aachen, Horbach und Haaren waren mit von der Partie, und das sind laut Zugleiter Manfred Dickopp mehr als jemals zuvor. Besonders freute er sich auch über die Teilnehmer der Kita Eibenweg, die mit 50 Kindern und Erwachsenen unterwegs waren. Die Horbacher Freunde hatten sich diesmal aufgeteilt: Sie waren mit einem Wagen in Richterich und mit einem in Haaren vertreten. Und die Feuerwehr präsentierte sich „in Flammen“, während der einzige Feuerwehrmann weit und breit ein kleines Mädchen war.

Lustige Fabelwesen verteilen Kamelle: Der Einhorn-Hype hat offenbar auch vor dem Stadtteil Eilendorf nicht Halt gemacht.

Eilendorf

„Es ist toll, wie die Gruppen jedes Jahr wieder etwas Neues präsentieren“, schwärmte Alina Weber, IG Eilendorfer Vereine. Am Heinrich-Thomas-Platz in Eilendorf hatte sich eine ganze Traube von Menschen angesammelt, die den Zug begrüßten. Von oben flogen die Kamellen, unten wurden sie von flinken Fingern aufgesammelt.

Kinderprinz Jan I. ließ sich nicht lumpen und spendierte mit seinem Hofstaat und der Nirmer Narrenzunft jede Menge Süßes. Anschließend ging es zur After-Zug-Party ins Vereinshaus an der Nirmer Straße. „Das ist bei uns schon Tradition“, sagte Alina Weber.

Brand

In Brand sorgten die Brander Unterbähner einmal mehr für einen zünftigen Zug. „Hier darf jeder kostenlos mitmachen“, sagte Schriftführer Alfred Hamacher. Insgesamt 43 Zugnummern konnten die Organisatoren verteilen. Und die Eilendorfer Vampire kamen mit einem Tieflader, den es bei dem Zug laut Hamacher so noch nicht gegeben hat. Auch Aachens Stadtreiter gaben ihr Stelldichein, bevor Prinz Wil I. für Stimmung sorgte: „Wir sind alle gestört, aber geil“, sang er und sorgte so für gute Laune am Straßenrand.

Lichtenbusch

Viele Ortsvereine aus Lichtenbusch und Oberforstbach, Fußgruppen und Wagen, sorgten in Lichtenbusch, dem bekanntlich jecksten Dorf Europas, für einen Zug, der sich sehen lassen konnte. Besonders stolz ist man in Lichtenbusch auf das Dreigestirn und auf den Prinzenwagen.

Prinz Markus I. und sein Hofstaat hatten sich etwas Besonderes für die Menschen am Straßenrand ausgedacht. Sie schickten sie in die Hocke, damit sie bei Beginn der Musik gleichsam wie sportliche Stimmungsraketen in die Höhe schießen konnten. Tatsächlich rockte Prinz Markus den Straßenrand.