Aachen: Jahresübung: Sieben Verletzte aus der „brennenden“ Schreinerei gerettet

Aachen: Jahresübung: Sieben Verletzte aus der „brennenden“ Schreinerei gerettet

Im Lager einer Holzhandlung Auf der Hüls in Haaren ist ein Feuer ausgebrochen. Die Löschzüge aus Haaren und Eilendorf rücken an, verlegen Schläuche und machen sich bereit, sieben Personen aus den Flammen zu retten, die im Gebäude eingeschlossen sind.

Mit Atemschutzmasken dringen die Helfer in das vollständig verrauchte Lager ein. „Sie können so gut wie nichts sehen“, sagt Löschzugführer Jörn Heiliger, der den Einsatz leitet. Zum Glück ist alles nur gestellt. Der Löschzug Haaren probt einmal im Jahr den Ernstfall und lädt dazu auch interessierte Bürger ein. So stehen viele Familien mit ihren Kindern am Straßenrand, um den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr zu beobachten.

Es dauert nicht lange, und der erste Verletzte im Innern des Lagers kann geborgen werden. Knochenbrüche, Schädelbasisbruch, aber auch leichtere Verletzungen: Das Spektrum der angenommenen Verletzungen ist breit. Die Sanitäter des Roten Kreuzes stehen bereit, um die Verletzten zu versorgen. Das sind zum Großteil junge Leute aus der Jugendfeuerwehr. Bei einem solchen Einsatz die Opfer zu spielen, finden Fabian und Thino klasse. Beide tragen Bandagen an den Armen und Fabian hat außerdem eine Wunde im Gesicht. Während die Verletzten versorgt werden und die Wehrleute die imaginären Flammen mit Wasser aus dem Haarbach löschen, überwacht Jörn Heiliger das Geschehen.

„Ich bin zufrieden damit, wie es läuft“, sagt er. Die Brandsituation mit der starken Rauchentwicklung sei realistisch nachgestellt. In spätestens einer Dreiviertelstunde soll der Spuk vorbei sein. Dabei kommt es vor allem auch darauf an, wie schnell die Verletzten gerettet werden können. Heiliger ist zufrieden mit seinen Leuten. Einmal im Jahr proben sie den Ernstfall. Rund 40 Einsatzkräfte sind diesmal vor Ort. Der Löschzug mit seinen 38 Feuerwehrmännern wird im Jahr zu rund 30 Einsätzen gerufen. Und damit dann tatsächlich alles wie am Schnürchen läuft, wird einmal im Jahr eine Übung anberaumt. Diesmal hat alles gut geklappt. Und nachdem die Schläuche wieder eingerollt, das Wasser abgestellt und die Gasmasken eingepackt waren, ging es mit einer Feier weiter. In der Wache an der Friedensstraße wurden verdiente Mitglieder der Feuerwehr geehrt.

Unterbrandmeister Karl-Heinz Reuland und Hauptbrandmeister Frank Hahn bekamen die Ehrennadel des Feuerwehrstadtverbandes Aachen mit Lorbeerzweig und Krone. Hauptfeuerwehrmann Mario Paulissen wurde für sein 25-jähriges Dienstjubiläum geehrt. Janis Spiering wurde zum Oberfeuerwehrmann befördert, Norbert Rütten zum Oberbrandmeister und Löschzugführer Jörn Heiliger zum Brandoberinspektor.