Aachen: IZM: Bald ein richtiges Medienzentrum

Aachen: IZM: Bald ein richtiges Medienzentrum

Mitte nächsten Jahres ist es soweit: Dann kann das Internationale Zeitungsmuseum (IZM) in der Pontstraße wieder besucht werden. Zurzeit wird gehämmert, gebohrt, ja, einfach umgebaut - und es staubt.

Michael Ferber, Chef des städtischen Gebäudemanagements, und damit auch verantwortlich für den Umbau des IZM, erinnert an die wechselvolle Geschichte des Gebäudes: „Das ist in der Stadt Aachen eines der ältesten Steinhäuser.” Die vordere und hintere Fassade stammten aus dem 15. Jahrhundert, außerdem habe im Gebäude die Stadtwaage gestanden. Viel später schmachteten ein paar arme Aachener im Knast in der Pontstraße.

Von der Zukunft des Hauses schwärmt Museumsleiter Andreas Düspohl: „Im Erdgeschoss ist endlich Platz für eine Wechselausstellung und sogar für ein kleines Café.” Im Obergeschoss wird die feste Dauerausstellung mit Zeitungen aus aller Welt und aus mehreren Jahrhunderten eingerichtet. Dann ist eine Zeitreise möglich, die sich allemal lohnt.

Ein Benutzerraum mit Bibliothek bietet Möglichkeiten zur Forschung. Außerdem ist ein Multifunktionsraum für Museumsdidaktik geplant. „Der Hof wird komplett unterkellert”, erklärt Architekt Manfred Gottschalk. „Die entstehenden Räume werden mit den vorhandenen Kellern zu einem verbunden.”

Dort werden die Nebenräume untergebracht. Ein außen angebrachter Aufzug, der das ganze Haus bedienen wird, soll das Museum behindertengerechter machen. Überhaupt: Von der Miefigkeit und den beengten Räumen wird bei der Neueröffnung im nächsten Sommer nichts mehr zu bemerken sein.

Bei den Bauarbeiten im geschichtsträchtigen alten Bürgerhaus aus dem 15. Jahrhundert gab es allerlei Überraschungen. Beeindruckende Funde sind zutage getreten. Im ersten Obergeschoss wurden Bögen aus vorhergehenden Jahrhunderten unterm Putz gefunden. Ein alter Steinbogen zeigte sich. Deshalb ist der Denkmalschutz immer dabei. Archäologische Fehler sollen nicht passieren.

Gottschalk: „Der Dachstuhl ist abgedeckt worden und wird nun auch restauriert.” Die alten Holzbalken, immerhin 300 bis 400 Jahre alt, werden repariert und von ihrer Trägerlast befreit. Das Dach wird danach durch Stahlträger gesichert. „Um Schädlinge aus dem Holz zu vertreiben, haben wir vor, den Dachstuhl eine gute Woche mit 50 Grad heißem Dampf bis in den Kern zu behandeln”, erläutert Gottschalk. Denn bei diesen Temperaturen im Holzkern machen Holzwurm & Co. sofort schlapp.

Unterm Dach werden demnächst die Büros der Mitarbeiter eingerichtet. „Dann sitzen wir endlich nicht mehr so eng aufeinander”, freut sich Düspohl auf die Zukunft. Und dann soll aus dem Zeitungsmuseum ein richtiges Medienzentrum werden.

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