Aachen: Irische Freude über Aachener Dominosteine

Aachen : Irische Freude über Aachener Dominosteine

Die Duffy-Brüder Tom (25) und Jamie (21) aus Irland sind echte Glückskerle. Im Aachener Weihnachtszirkus bezwingen die beiden jungen Artisten Vorstellung für Vorstellung mit ihrer konzentrierten Körperbeherrschung das legendäre Todesrad, vollführen auf ihm in mehr als neun Metern Höhe auch noch Salti und Tragefiguren und springen Seilchen. Das ist der Alltag der beiden Sprösslinge aus einer traditionsreichen irischen Zirkusfamilie.

Seit mehr als einem Jahr sind jetzt auch noch ihre beiden Freundinnen dabei und machen ihren Jungs auf den mannshohen Hamsterrädern zusätzlich Dampf. Dabei sind sie ihren Freunden sogar sehr nah, sie laufen nämlich im Todesrad.

Da versteht es sich beinahe von selbst, dass die beiden jungen Damen auch aus der Zirkuswelt kommen — wie ihre Lebensgefährten, die aus dem Dubliner „Tom Duffy Circus“ stammen, der seit etwa drei Jahrhunderten im Familienbesitz geführt wird.

Die Mongolin Oyuna Boldbaatar kam als sogenanntes Schlangenmädchen — die artistische Körperbiegsamkeit ist eine Uralttradition in der Mongolei — mit einer Truppe nach Irland und verliebte sich in Duffy-Bruder Tom. Aus einer mexikanischen Zirkusfamilie stammt die Gitarristin und Jongleurin Luva Vazquez. In Irland verliebte sie sich in den jüngeren Bruder Jamie.

Jetzt bringen die beiden aus den gegensätzlichen Teilen der Welt auf dem Aachener Bendplatz ihre Lieblinge so richtig in Schwung, indem sie dem Todesrad die rechte Geschwindigkeit verpassen. „Ich mache das jetzt immer“, sagte sie mit einem Lächeln, „aber ich mache das nicht immer gerne“, gestand Oyuna, die im Camper vor dem Zirkuszelt meist für alle vier kocht, die asiatische Küche ist schließlich weltweit beliebt.

Zu Weihnachten aber gab es den Klassiker, einen Truthahn. Mutter Duffy hatte, das berichteten Tom und Jamie am Freitag, besorgt das original irische Truthahnrezept per E-Mail geschickt. Also gab es zu Weihnachten deutschen Truthahn nach irischem Rezept mit mongolischem Küchenfertigkeiten. Es hat allen geschmeckt.

Doch der Gaumenschmaus wurde noch übertroffen, und zwar von Toms Lieblingsgebäck, das nämlich aus Aachener Produktion stammt und ihm in der Nacht von Donnerstag auf den Freitag zum Geburtstag überreicht wurde. Denn erst da wurde der Artist ganze 25 Jahre alt und freute sich über eine Packung Dominosteine.

Sehr gefährlich

Die Sache mit dem Todesrad ist sehr gefährlich. Erst Mitte November stürzte in Bayreuth ein Artist von der Spitze des Todesrades in die erste Zuschauerreihe und verletzte sich schwer. Da heißt es in Aachen jeden Tag Daumendrücken für die beiden Duffys, die trotz ihres Altersunterschiedes meist nur an der Frisur zu unterscheiden sind, so ähnlich sehen sich die beiden Brüder. Für den Nervenkitzel auf dem Todesrad benötigten sie äußerste Konzentration und Kraft, sagten Tom und Jamie. Besonders gefährlich sei der Salto, den der leichtere Jamie oben auf den Rad unter der Zirkuskuppel springt.

Zur Beruhigung kann sich Jamie Tag für Tag an den Gitarrenriffs seiner Freundin erfreuen, die sie als Solonummer im Programm spielt. Zusätzlich steht sie mit einer rasanten Balljonglage in der Manege.

Und Silvester? Da gibt es zwei Vorstellungen, den Jahreswechsel feiern die Künstler dann unter sich. Schön wäre es schon, wenn es sogar eine 24-Uhr-Vorstellung in Aachen geben könnte, brachte Pressesprecherin Meike Schütte für das kommende Jahr ins Spiel. Denn sie ist überzeugt, dass der Weihnachtszirkus auch „zwischen den Jahren 2018 und 2019 auf den Bendplatz zurückkehrt. „In Aachen läuft es gut“, sagte sie.

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