Aachen: Investor will Kita „Guter Freund“ bauen

Aachen : Investor will Kita „Guter Freund“ bauen

In Aachen-Forst (Sozialraum 6) und Aachen-Ost (Sozialraum 3) gibt es die wenigsten Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Forst bringt es im U3-Bereich gerade mal auf eine Versorgungsquote von 23,97 Prozent. In Aachen-Ost dümpelt die U3-Quote bei 30,66 Prozent. Das sind die offiziellen Zahlen der Stadt fürs Kitajahr 2015/16.

Erklärtes Ziel ist es aber, in Aachen möglichst bald für die Hälfte aller Kleinkinder eine Betreuung zur Verfügung zu stellen. In den beiden Sozialräumen ist man von dieser Marke besonders weit entfernt.

Mit Blick auf diesen „massiven Bedarf“ kommt der Vorschlag eines Investors äußerst gelegen. Die Landmarken AG plant am Eisenbahnweg/Ecke Freunder Weg, auf dem Gelände des ehemaligen CMC-Depots, eine große Wohnanlage. Das Gelände liegt genau an der Grenze der beiden Sozialräume. Mehr als 200 Wohnungen sollen dort entstehen — und eine Kindertagesstätte mit fünf Gruppen.

Am Dienstag befasst sich der Kinder- und Jugendausschuss (ab 17 Uhr im Verwaltungsgebäude Mozartstraße) mit dem Kita-Projekt an der Wohnanlage „Guter Freund“. Der Investor hat ein Mietangebot vorgelegt: 13,45 Euro pro Quadratmeter bei einer Laufzeit von 20 Jahren. Die Stadt Aachen hat im Gegenzug bereits offiziell ihr Interesse an der Anmietung bekundet.

Nach derzeitigem Planungsstand könnte die Kindertagesstätte Anfang 2017 fertig sein und in Betrieb gehen. Ab dann fielen für die Stadt jährliche Mietzahlungen in Höhe von 141.750 Euro an. Für Einrichtung und Spielgeräte drinnen und draußen wird mit Kosten von rund 230.000 Euro für die Stadt gerechnet. Die Trägerschaft könnte, wie auch bei anderen Kitas, die von Investoren gebaut werden, ein freier Träger übernehmen.

Mit ihrer Entscheidung am Dienstag stellen die Kinder- und Jugendpolitiker offiziell die Weichen für das Projekt. In der schwarz-roten Koalition steht man der Kita „Guter Freund“ sehr aufgeschlossen gegenüber. „Da spricht aus meiner Sicht nichts gegen“, sagt etwa der jugendpolitische Sprecher Peter Tillmanns.

Der angepeilte Mietpreis von gut 13 Euro sei „akzeptabel“, auch im Vergleich zu dem, was bei vergleichbaren Objekten gezahlt werde. Zustimmung wird auch aus der SPD signalisiert. „Das ist ein Viertel, das mit U3-Plätzen besonders unterversorgt ist“, sagt der jugendpolitische Sprecher Bernd Krott.