„International Police Association“ in Aachen

Einsatz für krebskranke Kinder : Freund und Helfer in besonderer Art und Weise

Internationale Beziehungen pflegen und den Blick über den eigenen Tellerrand wagen: Das ist die Grundidee der Berufsvereinigung „International Police Association“ (IPA). Sie bietet Polizisten weltweit die Chance, sich zu vernetzen und auszutauschen.

Laut Dennis Wawzik (26) ist das eine grandiose Möglichkeit, andere Länder und ihre Besonderheiten in der Polizeiarbeit kennenzulernen. Allerdings seien die Angebote der IPA gerade unter jungen Polizisten nicht ausreichend bekannt. „Das sollte sich ändern“, sagt der junge Polizeibeamte

Dabei gibt es die IPA-Verbindungsstelle in Aachen bereits seit 60 Jahren. Als das Jubiläum jetzt ganz groß gefeiert wurde, beschlossen die Polizisten, auf die herkömmlichen Geschenke zu verzichten und stattdessen um Spenden zu bitten. „Das Geld soll der Kinderkrebsstation der Aachener Uniklinik zugute kommen“, sagt Berthold Mühlenhöver, erster Vorsitzender IPA Aachen. Insgesamt 1000 Euro sind bei dieser Spendenaktion zusammengekommen. Diese Geste mache auch die Nähe der Polizei zu den Menschen deutlich, meint Mühlenhöver, und das entspräche ganz den Richtlinien der IPA.

In Aachen gehören rund 400 Polizisten der „International Police Association“ an, weltweit sind es 360.000 Mitglieder in 65 Ländern. „Und die IPA gibt es auch dort, wo man sie eher nicht vermuten würde“, sagt Mühlenhöver und denkt dabei vor allem an Länder, in denen es mit den Menschenrechten nicht immer zum besten bestellt ist. Die Einhaltung der Menschenrechte hat sich die IPA eigens in ihre Satzung geschrieben.

„Als ich vor etlichen Jahren den Polizeidienst angetreten habe, waren die Treffen der IPA noch sehr von älteren Polizisten geprägt“, erzählt Berthold Mühlenhöver. Die meisten von ihnen waren demnach schon pensioniert. „Ihnen bietet die IPA nach wie vor eine willkommene Gelegenheit, sich auszutauschen und dabei das Gefühl zu genießen, irgendwie noch dazuzugehören“, sagt er. Junge Polizisten wie Dennis Wawzik hüten die kostbaren Stunden ihrer Freizeit dagegen wie einen Schatz und sind eher nicht bereit, an solchen Treffen teilzunehmen. Aber die Angebote des internationalen Austausches würden sie sicher dennoch gern in Anspruch nehmen, meint Wawzik.

Und da bietet die IPA eine Vielzahl an Möglichkeiten. Demnach können Polizisten bei jeder anderen Dienststelle hospitieren, beispielsweise auch zwei Wochen bei der Polizei in New York. „Sie haben dort dann zwar keine Befugnisse, aber sie können die Kollegen auf der Streife begleiten“, sagt Mühlenhöver. Mitglieder der IPA bekommen zudem einen Ausweis, der sie als Polizisten legitimiert und der internationale Gültigkeit besitzt. „Der öffnet einem bei der Polizei im Ausland schnell die Türen“, weiß Mühlenhöver aus eigener Erfahrung.

Neue Eindrücke, andere Einsatztechniken und der Umgang mit brenzligen Situationen in Städten wie New York sind laut Dennis Wawzik allemal spannend genug, um einen Blick über de eigenen Tellerrand zu werfen. Seiner Meinung nach wissen noch viel zu wenige Kolleginnen und Kollegen von der Möglichkeit des Austausches. Und Kontakte mit der Polizei anderer Länder zu knüpfen, kann laut Wawzik auch dann spannend sein, wenn man nur im Urlaub dort ist. „Denn über die örtliche Polizei bekommt man die Möglichkeit, ein Land in einer Tiefe kennenzulernen, die sonst sicher nicht möglich wäre“, sagt er.

Und derjenige, der sich im Rahmen einer Hospitation in die Polizeiarbeit anderer Länder vertieft, profitiert in jedem Fall, meinen die Polizisten. „Mit eigenen Augen zu sehen, welche Möglichkeiten die New Yorker Polizei hat, ist spannend“, sagen sie. Denn eigene Helikopter beispielsweise sind dort eine Selbstverständlichkeit. Gemeinsam wollen sie für den Austausch und das internationale Netzwerken werben. „Trotzdem wollen wir auch die Pensionäre nicht vergraulen“, betont Mühlenhöver. Auch sie sollen sich nach wie vor bei der IPA beheimatet fühlen.