Aachen: Interkultureller Kochtreff in Eilendorf: Integration geht durch den Magen

Aachen : Interkultureller Kochtreff in Eilendorf: Integration geht durch den Magen

Mit so viel Zuspruch hatte Michael Grein vom Eilendorfer Quartiersmanagement gar nicht gerechnet. Gleich am ersten Tag des Projekts „Eilendorf kocht“ fanden sich in der „Offenen Tür Eilendorf“ rund 60 Gäste ein. Tajik Mirazizullah aus Afghanistan und seine Familie kochten gemeinsam mit den Besuchern afghanische Gerichte.

An einem großen Tisch wurde Porree klein geschnitten, während in der Küche bereits die Fleischfüllung für die Teigtaschen vor sich hin köchelte. „Mantu“ heißt das Gericht, das hier zubereitet wurde, und dazu gab es auch noch gekochten Reis mit Gemüse.

Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler hält diesen interkulturellen Kochtreff für eine „super Aktion“. „Ich koche und backe selber sehr gerne, da ist das heute für mich ein toller Termin“, fügte sie hinzu. Gemeinsam mit Frauen aus Syrien, Afghanistan und Eilendorferinnen schnippelte sie den Porree in ganz kleine Stückchen. Auch damit wurden später die Teigtaschen gefüllt.

Beate Jahn, Mitbegründerin des Eilendorfer Bündnisses für Integration, freut sich ganz besonders über den Zuspruch, den die Aktion gerade auch bei den Eilendorfern fand. Mit einem kulturübergreifenden Angebot die Chance bieten, dass sich Eilendorfer und Neuankömmlinge kennenlernen und austauschen können: Das war die gemeinsame Idee des Vereins „Türöffner“, des Eilendorfer Bündnisses für Integration, der Offenen Tür Eilendorf, der Versöhnungskirche Eilendorf sowie des städtischen Quartiersmanagements Eilendorf, Schwerpunkt Flüchtlingsintegration.

Künftig einmal im Monat

Einmal im Monat soll ein solches Treffen nun stattfinden. Und jedes Mal steht eine andere Kultur mit ihrer Küche im Mittelpunkt. Am 26. November wird im Gemeindehaus der Versöhnungskirche, Johannesstraße 12, syrisch gekocht, und am 10. Dezember steht im Pfarrheim St. Severin, Marienstraße 58, die deutsche Küche auf dem Programm. Beide Veranstaltungen beginnen um 15 Uhr.

Die Stimmung beim ersten Kochtreff war jedenfalls super. Die Kinder spielten draußen und nutzten dabei die Geräte der OT, und in der Küche schauten alle gemeinsam nach dem Rechten. „Meine Frau kocht sehr gut“, sagte Tajik Mirazizullah, und seine Tochter mache gerade eine Ausbildung zur Köchin. „Da kann ja eigentlich nichts schiefgehen“, waren sich alle in der Küche einig.

Dort stapelten sich Töpfe, mit denen Gemüse besonders schonend zubereitet werden kann. Und in einer Ecke wurde gerade der Teig für die Teigtaschen geknetet. Draußen im Garten standen bereits herbstlich geschmückte Tische und Stühle bereit, an denen später gegessen wurde. „Und sollten mehr Gäste kommen als erwartet, ist das kein Problem“, meinte Michael Grein: „Wir können jederzeit noch Tische und Stühle dazustellen.“ Allerdings könnte es bei den künftigen Treffen im Gemeindehaus der Versöhnungskirche und im Pfarrheim St. Severin eng werden. Aber auch da werde sich sicher eine Lösung finden, meinte Grein.

Neue Teilnehmer willkommen

Das interkulturelle Miteinander scheint in Eilendorf jedenfalls sehr gut zu funktionieren. Viele der Gäste des Kochtreffs kannten sich bereits, und die Kinder spielten miteinander. Wer mitmachen möchte bei „Eilendorf kocht“ und vielleicht sogar Ideen für Rezepte hat, sollte sich bei Michael Grein unter 0241/43256313 oder per E-Mail an michael.grein@mail.aachen.de melden. „Wir gucken dann, welche Rezepte wir nehmen können“, sagte Grein.

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