Aachen: Interesse an American Football steigt stetig

Aachen : Interesse an American Football steigt stetig

Über 800 Millionen Menschen rund um den Globus werden wohl in der Nacht von Sonntag auf Montag (deutscher Zeit) wieder vor den Bildschirmen sitzen, um das größte Einzelsportereignis der Welt zu verfolgen.

Wenn sich die Seattle Seahawks und die New England Patriots im 49. Super Bowl, dem Finale der American Football-Liga NFL, gegenüberstehen, herrscht Ausnahmezustand in den USA. Hierzulande ist die Aufmerksamkeit für den dynamischen, kraftvollen und gleichzeitig von ausgeklügelter Taktik geprägten Vollkontakt-Sport während der letzten Jahre nochmals spürbar gestiegen.

In Aachen wird der eiförmige Ball schon seit 1989 geworfen und gekickt. Den Anfang machten die „Tigers“, aus denen 1990 die „Demons“ hervorgingen. 2001 zog es den Verein wegen einer Fusion nach Düren. In Aachen sind seit 2005 die Aachen Vampires im Ludwig-Kuhnen-Stadion im Gillesbachtal zu Hause.

Für sie ging es rasch bergauf: Inzwischen zählt der Klub 220 Aktive; die Frauen spielen in der zweiten Bundesliga und die Männer in der Regionalliga. Trotz der Erfolge und eines regelmäßigen Zuflusses von Studenten läuft bei den Vampires ständig die Suche nach Interessenten, die es versuchen und selbst in die Schutzausrüstung schlüpfen möchten. „Mehr als Sportschuhe und -kleidung braucht man für ein Probetraining nicht“, erklärt der Vereinsvorsitzende Gerrit Ervig, der über entsprechende Termine telefonisch unter 0177/8534716 informiert und zugleich auf die Website www.aachen-vampires.de verweist.

Neben Erwachsenen sind speziell 14- bis 19-Jährige für die beiden Jugendmannschaften immer willkommen. Dabei treten die Vampires auch an Schulen heran und vermitteln Lehrern eine nahezu körperlose Variante für den Sportunterricht. „Eine Besonderheit im American Football ist: Man kann groß oder klein sein, schwer oder leicht, schnell oder langsam — für jeden gibt es eine geeignete Position“, erläutert Ervig.

Nachwuchsausbildung

Für eine gute Nachwuchsausbildung ist der Klub bekannt: In der Vergangenheit konnten einzelne Spieler enorme Erfolge verbuchen: Sie holten mit ihren Teams deutsche Jugendmeistertitel, sie schafften den Sprung in die erste Liga, und der Aachener Christian Mohr wechselte zu Demons-Zeiten sogar in die berühmte NFL.

Wie bei den US-Vorbildern begrüßen zu den eigenen Heimspielen viele Cheerleader die konstant etwa 250 Besucher. Diese kürzlich bei einem deutschlandweiten Vergleich ausgezeichnete Abteilung besteht aus drei Altersklassen. „Alle ab sechs Jahren können beim Cheerleading einsteigen. Wir würden uns desweiteren über helfende Hände in unserem Umfeld freuen, beispielsweise bei der Spieltagsorganisation“, sagt Ervig.

Voraussichtlich Ende April geht es wieder los mit dem ersten Herren-Match. Bis dahin bittet Coach Juri Saragazki seine Jungs zweimal wöchentlich zum Training.

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