Campus West: Ins Campus-Projekt kommt Bewegung

Campus West : Ins Campus-Projekt kommt Bewegung

Seit einigen Jahren sollte sich auf dem Campus West schon so manches Rad in Sachen Spitzenforschung drehen. Die Züge der Deutschen Bahn sind bisher jedoch immer noch das einzige, was sich im Bereich des Westbahnhofs bewegt. Nach Jahren der Verzögerung und des Stillstands gibt es jetzt immerhin mal wieder etwas Neues über das Milliardenprojekt.

Der sogenannte „Masterplan“ – aufgelegt worden ist er erstmals schon 2010 – liegt nun in überarbeiteter Form vor. Nebst einigen Details wie zum Beispiel zur notwendigen Anbindung des Campus West an sein Pendant in Melaten und deren Kosten.

Vorgestellt wird dieser Plan erstmals im Mobilitätsausschuss am 27. Juni, der dann auch gleich eine Entscheidung über das weitere Vorgehen in Sachen Verkehrserschließung fällen soll. Im Anschluss beraten die Bezirksvertretungen Mitte und Laurensberg, bevor der Planungsausschuss am 11. Juli dem Gesamtwerk sein Plazet erteilen soll.

Brücke kostet etliche Millionen

Ein zentraler Punkt der Überarbeitung ist besagte Anbindung. Die Verwaltung bleibt dabei, dass eine Brücke über die Bahngleise mit Anschluss an die Mathieustraße in melaten die beste Lösung darstellt. Es würde demnach ein gebogenes Bauwerk entstehen, dass inklusive der Anschlüsse auf beiden Seiten rund 420 Meter lang ist. Die offene Frage lautete: Wie viel kostet so etwas? Die Antwort laut einem nun vorliegenden Gutachten – das bereits Mitte 2015 von der Politik in Auftrag gegeben worden war: Für die Brücke selber werden knapp 11,7 Millionen Euro fällig. Da die Mathieustraße für den Anschluss noch umgebaut werden muss, kommen noch einmal rund 1,5 Millionen Euro drauf. Macht zusammen rund 13,2 Millionen Euro. 4,5 Millionen tragen laut Vertrag die Campus-West-Immobiliengesellschaften, den Rest die Stadt.

Zur Erinnerung: Vor mehr als zehn Jahren hatte der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) der Bahn das Gelände für rund 50 Millionen Euro abgekauft, stoppte das Projekt jedoch 2011. Nach jahrelangen Verzögerungen kaufte schließlich die RWTH mit dem Segen des Landes das Areal. Die Stadt hatte sich einst verpflichtet, für die Infrastruktur in dem Gebiet aufzukommen. Eingeplant wurden dafür 15 Millionen Euro. Zwischenzeitlich erhöhte man diese Summe auf bis zu 20 Millionen Euro. Für den Brückenbau alleine waren städtischerseits rund zehn Millionen vorgesehen. Diese Summe würde sich den jetzigen Berechnungen zufolge auf unter neun Millionen Euro reduzieren.

Aber: Ausdrücklich weist die Verwaltung darauf hin, dass es große „Kostenrisiken“ gibt. Sprich: Das Ganze wird mutmaßlich noch eine ganze Ecke teurer werden. Vorteil bei dieser sei, dass säntliche nötigen Grundstücke im Besitz der Stadt oder des Landes seien. Wert habe man darauf gelegt, dass sich die bogenförmige Brücke gut ins Landschaftsbild einpasst. Gegen den Bau hatte sich in der Vergangenheit Widerstand aus der Bevölkerung geregt.

70 Meter hoher Campus-Tower

Im Groben hat sich am Masterplan wenig verändert. Der 70 Meter hohe Campus-Tower soll von der Süsterfeldstraße mehr in Richtung Bahnlinie rücken. Die Forschungareale sollen als „Hochpunkte“ 50 Meter hohe Gebäude haben. Zentrale Erschließungsstraße bleibt das „Campus-Band“, eine 26 Meter breite Trasse, die auch Platz für eine eventuell später noch zu bauende innovative ÖPNV-Variante lässt.

Stimmt die Politik dem überarbeiteten Masterplan zu, so soll er dann der Öfffentlichkeit vorgestellt und Gelegenheit geboten werden, sich zu den Planungen zu äußern. Da die vorgezogene Bürgerbeteiligung bereits acht Jahre zurückliege, wolle man diesen Schritt wiederholen. Auch müssten Gutachten neu erstellt werden, die es eigentlich schon gab. Doch seien sie nach der langen Zeit veraltet. Mit anderen Worten: Die jahrelangen Verzögerungen kosten den Steuerzahler nun auch noch doppeltes Geld. Und: Bis sich auf dem Campus West tatsächlich dereinst Räder – zunächst in Form von Baumaschinen – drehen, dürfte noch eine ganze Weile ins Land ziehen.

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