Aachen: Inklusionsprojekt lädt zu überdimensionaler Kaffeetafel ein

Aachen: Inklusionsprojekt lädt zu überdimensionaler Kaffeetafel ein

So etwas hat es am Aachener Elisenbrunnen bestimmt noch nicht gegeben: Am kommenden Samstag, 17. Mai, wird dort, zwischen Fontänen und Quell-Wasserhähnen, eine lange Tafel aufgebaut.

50 Menschen können bei gutem Wetter dann gleichzeitig Platz nehmen und sich den Bauch mit leckerem Kuchen vollschlagen. Und warum? Weil das Inklusionsprojekt „Wir alle — gemeinsam leben in der Städteregion Aachen“ dazu einlädt.

Das Ziel dieser ganz besonderen Aktion: Es sollen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nicht treffen würden. Menschen mit und Menschen ohne Behinderung, Jung und Alt, Frauen und Männer. „Wir haben uns gedacht: Wie kann man Menschen besser zusammenbringen als mit Essen und Trinken und das an einem schönen Platz?“, erklärt Isolde Conradus, Projektkoordinatorin für „Wir alle“.

Das Projekt ist 2012 aus der Initiative von mehreren Trägern der Behindertenhilfe entstanden. Mit im Boot sind die Lebenshilfe, das Vinzenz-Heim, die Caritas, der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte, das Alexianer und das Paritätische ABK-Hilfswerk, gefördert wird es durch die Aktion Mensch. „Uns geht es vor allem darum, Menschen mit Behinderung im Freizeitbereich zu fördern, Angebote zu schaffen und Wege zu eröffnen“, sagt Conradus. Das tut „Wir alle“ mit einer Reihe von Aktionen in den Sozialräumen Aachen-Nord, am Westpark und in Burtscheid. Ob Kreativtage, Flohmärkte, Sportfeste oder Kunstausstellungen — überall will das Projekt Menschen zusammenbringen und die Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am öffentlichen Leben, fördern.

So wie mit der Kaffeetafel. Von 14 bis 17 Uhr wird sie am 17. Mai am Elisenbrunnen geöffnet sein. Bei schlechtem Wetter geht es in die Rotunde. Jeder, der Lust hat, kann spontan vorbeikommen, sich dazusetzen, schlemmen und mit den Menschen um ihn herum ins Gespräch kommen. Conradus: „Uns ist es wichtig, dass das ganz unkompliziert läuft. Man soll sich auf beilläufige Weise treffen. Denn Inklusion funktioniert oft beiläufig, eben im Alltag.“

Ein gesondertes Programm gibt es für diesen Tag deshalb auch nicht. Keine Reden, keine Vorträge. Stattdessen steht die Begegnung im Vordergrund. Gerne würde Isolde Conradus aber ein bisschen Musik dabei haben. „So Kaffeehausmusik wäre schön. Wenn sich da noch jemand einbringen möchte, kann er sich gerne bei mir melden.“

Kuchen und Gebäck kommt an dem Tag als Spende von verschiedenen Aachener Bäckern und Konditoren sowie von Privatspendern. Ein Film wird auch noch vor Ort gedreht, er soll später die Aktion dokumentieren und zeigen: Inklusion ist nicht schwer.

Obendrein können Interessierte das nostalgische Geschirr, das Conradus extra für die inklusive Tafel von Flohmärkten zusammengesucht hat, am Ende der Veranstaltung kaufen. Sehr wichtig war es der Projektkoordinatorin, dass das Ganze draußen stattfindet, wo alle es sehen. Und sie ist überzeugt: „Das wird eine Aktion fürs Auge, den Gaumen und das Herz.“ Na dann kann es ja losgehen.

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