Aachen: Informationsbeutel zum Frauentag waren heiß begehrt

Aachen : Informationsbeutel zum Frauentag waren heiß begehrt

Seit 1977 gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung in der Ehe mehr, Vergewaltigung in der Ehe ist seit 1997 verboten. Pünktlich zum Weltfrauentag am Sonntag hat der Bundestag am Freitag die Frauenquote beschlossen.

Für das Frauennetzwerk der Städteregion Aachen ist es ein kleiner Schritt in die Richtung des großen Ziels der Gleichstellung. Am Samstag haben rund 30 der 54 angeschlossenen Institutionen des Frauennetzwerks hunderte rote Informationsbeutel anlässlich des internationalen Frauentages in den Aachen-Arkaden verteilt. „Die gehen weg wir warme Semmel“, sagte Renate Wallraff vom Vorstand. Mit der geballten Information wolle das Frauennetzwerk besonders auf Missstände aufmerksam machen, berichtet auch Vorsitzende Christiane Feldmann.

Pflasterboxen, Streichhölzer, Kugelschreiber, prall gefüllt waren die Jutetaschen außerdem mit Flyern zu verschiedenen Themen — etwa Frauenquote, Aids, Frauenhäuser, Mädchenfragen, allein­erziehende Mütter, Prostitution oder sexuell übertragbare Krankheiten. Von den Einkaufenden wurden die Beutel sofort benutzt. „Ich finde es ein sehr gute Aktion“, sagte eine Dame, die aus dem Shoppingcenter kam und deren Jutetasche schon mit Lebensmitteln aufgefüllt war. „Wenn ich zu Hause bin, schaue ich mir gleich die Informationen an“, sagte sie.

Auch Männer bekamen die Tasche in die Hand gedrückt. Schließlich sind auch sie Multiplikatoren in der Emanzipation. „Sie lachen dann, nehmen es aber gerne an und fragen auch, was es so in der Städteregion für Aktionen gibt“, sagte Wallraff. Den Standort hatten sie gewählt, um nicht nur Aachener und Aachenerinnen, sondern Menschen aus der ganzen Städteregion zu erreichen.

Das überparteiliche Frauennetzwerk gehört auch dem Fachausschuss Aachen Proquote an, der sich wiederum schon seit langer Zeit dafür eingesetzt hat, die Frauenquote nach vorne zu bringen. „Das Gesetz ist an vielen Stellen ein kleiner Kompromiss“, sagt Vorsitzende Christiane Feldmann. Dennoch bekämen so Frauen die Chance, ihre Qualifikation zu beweisen.

„Es ist wichtig, dass Männer dann auch erkennen, dass Frauen Qualitäten haben und nicht nur Quotenfrauen sind“, ergänzte Wallraff. Trotzdem müsse man bedenken, dass es noch nicht 50:50 sei. „Aber vorher hatten wir ja eine 100-prozentige Männerquote“, sagte Ursi Becker vom Frauennetzwerk-Vorstand und lacht.

(lee)
Mehr von Aachener Nachrichten