Aachen: Inda-Schüler tauchen in Tolkiens Fantasiewelt ein

Aachen : Inda-Schüler tauchen in Tolkiens Fantasiewelt ein

An den Wänden hängen Poster von Hobbits, Aragorn und Saruman, ein großer Aufsteller von Gandalf steht in der Ecke — die Tolkien-AG des Inda-Gymnasiums trifft sich im passenden Rahmen, um in die Fantasiewelten von J. R. R. Tolkien einzutauchen.

13 Jungen im Alter von 12 bis 16 Jahren konnten Lehrer Julian Eilmann und sein Kollege Christopher Rein für die Welt von Mittelerde begeistern. „Für die Mädchen gibt es in den Büchern vielleicht zu viele Kampfszenen“, versucht Jonas Jacobi den Jungenüberschuss zu erklären. Andere Tolkien-Fans meinen, dass die Mädchen vielleicht gerne die Bücher lesen, aber sich danach nicht weiter in das Thema vertiefen wollen.

Die Jungen gehen in den Werken von Tolkien voll auf. Leseratten waren sie schon immer, versichern die Schüler, aber in der AG haben sie die Möglichkeit, über Details der Tolkien-Werke zu sprechen. Jeder hat seinen eigenen Zugang zu den Büchern: So faszinieren Jakob Kriener besonders die verschiedenen Kulturen der Völker, während es Leonard Kutsch die neu geschaffenen Sprachen angetan haben. Überraschenderweise schwärmen die Jungen weniger von den Kampfszenen sondern vielmehr von der Landschaft.

Natürlich fiebern die Inda-Gefährten dem heutigen Filmstart des zweiten Teils von „Der Hobbit“ besonders entgegen. Ihr Lehrer Julian Eilmann hatte sogar Einfluss auf den Titel des Films. „Eigentlich hatte Warner Bros. den Film ‚Die Einöde von Smaug‘ nennen wollen, das hätte aber nahegelegt, dass Smaug eine Region ist und nicht eine Person.“ Der Deutschlehrer schrieb einen offenen Brief, der im Netz viel Anklang fand und bewirkte so, dass der Titel in „Smaugs Einöde“ umgewandelt wurde.

So viel Engagement färbt ab, und so hat sich die AG für den Filmstart am Donnerstag etwas Besonderes überlegt: Um 16.15 Uhr werden die Inda-Gefährten im Aachener Cineplex vorab eine kurze Lesung halten.

Bei der Probe zeigt sich eines ganz deutlich: Begeisterung. Die Schüler gehen in ihren Rollen voll auf und hauchen den Trollen und Hobbits Leben ein. Die Kinobesucher haben während der Lesung zudem die Chance, bei einem Quiz tolle Preise zu gewinnen. Und auch Hintergrundinformationen werden geboten, auf selbst gebastelten Plakaten stellt die AG die von Tolkien geschaffenen Charaktere vor.

Nach den Lieblingsfiguren gefragt, schnellen die Finger der Jungen in die Höhe: Ole Schwake ist Fan von Legolas, weil er als Elb das Bogenschießen beherrscht und sehr weit sehen kann. Cedric Nobis findet Aragorns Entwicklung vom Streicher zum König am besten.

Bei „Smaugs Einöde“ freuen sich aber alle besonders auf den Drachen Smaug, den Peter Jackson zum ersten Mal im Ganzen zeigt. Gefragt, ob sie wegen der Lesung aufgeregt seien, antwortet Pepe Havertz als echter Fan: „Wegen der Lesung bin ich etwas nervös, aber noch aufgeregter bin ich, weil der Film endlich startet.“

Wer nun glaubt, die Tolkien-Werke würden besonders die Jüngeren begeistern, der irrt. Julian Eilmann ist nicht nur Leiter der AG, er ist auch im Vorstand der Deutschen Tolkien-Gesellschaft (DTG), die im Aachener Cineplex mit einem Infostand vertreten sein wird.

Wer schon jetzt oder nach dem Film seine Begeisterung für die Werke Tolkiens entdeckt, kann am 27. Dezember zum Stammtisch der DTG in der Albrecht Dürer Stube, Fischmarkt 7, stoßen.

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