Aachen/Wertheim: In Wertheim nimmt „Mein Karl“ ganz allmählich Gestalt an

Aachen/Wertheim: In Wertheim nimmt „Mein Karl“ ganz allmählich Gestalt an

„Es wird ein würdevoller Karl werden“, versichern Jutta Bacher und Werner Schlösser. Die Marketingleiterin der Stadt Aachen und der Geschäfstführer des „aachen tourist service“ (ats) haben sich jetzt im Atelier des Künstlers Ottmar Hörl persönlich vom Fortgang der Arbeiten an der Skulptur, die im kommenden April in 500-facher Ausführung auf dem Katschhof das Karlsjahr symbolisieren soll, überzeugen können.

„Mein Karl“ heißt das Projekt, und den Prototypen dieses Karls haben die beiden bei einem Atelierbesuch in Wertheim bei Würzburg in Augenschein nehmen können.

„Er ist 200 Kilogramm schwer und noch von einer Folie bedeckt, um den Ton feucht zu halten, aus dem er aufgebaut ist“, berichtet Jutta Bacher. Ende November möchte Ottmar Hörl nach Aachen kommen und seine Karl-Skulptur vorstellen.

Im Gepäck wird er ein Gipsmodell Karls des Großen haben. Denn aus der Tonfigur, an der der Künstler derzeit arbeitet, wird zunächst eine Gipsschale erstellt, aus dieser wiederum ein Wachsmodell, das im nächsten Schritt zwei Monate lang in einem Kupfer-Galvano-Bad liegen muss, bis die Gussform fertig ist, erläuterte Hörl seinen Gästen den Produktionsvorgang.

Im Schleuderverfahren

Die eigentliche Figur wird dann im Schleuderverfahren gegossen und per Vakuum nahtlos aus der Form gelöst. Bis sie transportfähig ist und von der Produktionsstätte Coburg nach Aachen transportiert werden kann, muss sie noch mehrere Tage trocknen.

Dieses aufwändige Verfahren wird allerdings nur dann realisiert, wenn bis Ende Dezember alle Figuren Paten gefunden haben, die sich „ihren“ Karl 375 Euro sichern und die Figur für die Zeit der Ausstellung zur Verfügung stellen.

Und das ist ganz im Sinne des Künstlers. Denn Hörl, der bereits ähnliche Projekte in Wittenberg mit Martin Luther und Trier mit Karl Marx umgesetzt hat, ist vor allem daran gelegen, möglichst vielen Menschen Kunst nahezubringen. „Nur drei Prozent der Menschen gehen in Museen und Galerien“, sagt Ottmar Hörl. „Kunst im öffentlichen Raum bedeutet, viel mehr Menschen zu erreichen. Deshalb sind die Figuren auch nur ein Meter hoch. Jeder kann sie unter den Arm klemmen und mitnehmen. Wo kriegt man schon Kunst für so wenig Geld? Sie ist nicht elitär. Das ist mir wichtig.“

(hr)