Aachen: In St. Philipp Neri wird das Wir-Gefühl groß geschrieben

Aachen: In St. Philipp Neri wird das Wir-Gefühl groß geschrieben

Das „Wir-Gefühl“ in St. Philipp Neri ist groß. Die Kirche in der Pfarrei St. Konrad sieht sich als enger Kreis deutscher Katholiken in Vaalserquartier. Am 4. Dezember 1988 hat Bischof Klaus Hemmerle die Kirche St. Philipp Neri im Aachener Westen geweiht. Zum 25-jährigen Weihejubiläum feiert die Gemeinde am Sonntag, 8. Dezember 2013, ein großes Fest.

Benannt nach dem italienischen Heiligen Filippo de Neri ist die Kirche in der Pfarrei St. Konrad heute Mittelpunkt einer lebendigen Gemeinde in Vaalserquartier. 3.400 Gemeindemitglieder gibt es derzeit. Die Bücherinsel, das Cafe4You, das ökumenische Trauercafé Lichtblick und die Initiative Netzanschluss bereichern mit ihren vielfältigen Angeboten das Stadtviertel. Der Pfarrsaal ist flexibel nutzbar. In einem großen Werkraum treffen sich regelmäßig Hobbykünstlerinnen. Bei einem Oster- und einem Weihnachtsbasar wird Geld für die Ausstattung der Räumlichkeiten gesammelt. Auch die Figuren der Weihnachtskrippe konnten auf diese Weise angeschafft werden. „Gemeindecaritas ist uns wichtig. Die ehemalige Mitarbeiterin Waltraud Loh hat diese sozialen Aspekte aufgebaut. Von Beginn an sind zum Beispiel die Mutter-Kindgruppen ein wesentlicher Bestandteil unserer Gemeindearbeit“, erklärt Pfarrer Bernd Schmitz.

Geistliche Einheit

Die Kirche selbst ist ein typischer Bau der Achtziger Jahre. Statt einer Pfeifenorgel entschied man sich damals aus Kostengründen für eine elektronische Variante. Die Fenster sind bis auf zwei Ausnahmen in Klarglas gehalten. Das „Fenster des Wortes“ erinnert an die Gutenberg-Bibel und auch ein Brief von Philipp Neri ist dargestellt.

Pfarrer Bernd Föhr war Bauherr und hat bei den Planungen seit Anfang der Achtziger Jahre mitgewirkt. Er erinnert sich noch genau an die Phase der Konzipierung. „Im Stadtteil Vaalserquartier war ein Neubaugebiet entstanden, in dem sich auch viele Aussiedler niederließen. Wir wollten eine moderne Kirche bauen, die alle Deutschen nahe der niederländischen Grenze unter ihrem Dach vereint“, erklärt Föhr. Für Verwirrung sorge manchmal die Tatsache, dass die Kirche St. Philipp Neri zur Pfarrei St. Konrad gehört. „Es geht uns um eine geistliche Einheit. Im Vergleich zum eher dörflich strukturierten St. Konrad befindet sich St. Philipp Neri in einem sozialen Brennpunkt“, erklärt Föhr.

Der „gute Geist“ der Kirche ist Ulla Kryszkiewicz, die am Jubiläumstag auch noch ihren eigenen Geburtstag feiert. „Besser hätten wir es nicht treffen können. Kryszkiewicz hat als Küsterin und Hausmeisterin großen Anteil an unserem Gemeindeleben und hilft uns auch nach ihrer Pensionierung immer noch“, freut sich Schmitz. Der Jubiläumstag beginnt mit einem Festgottesdienst um 11.15 Uhr. Die Messe wird mitgestaltet vom Chor Cordial unter Leitung von Elo Tammsalu-Schmitz. Anschließend sind alle bis gegen 15.30 Uhr zu einem Beisammensein im Gemeindezentrum eingeladen. Gruppen aus der Gemeinde wie etwa die Bücherinsel und die Initiative Netzanschluss stellen ihre Arbeit vor. Pfarrer Bernd Föhr greift tief in seine Fotosammlung, zeigt alte Bilder der Kirche, erzählt Wissenswertes über die Historie und sicher auch so manche Anekdote aus 25 Jahren Gemeindeleben.