Aachen: In Kurt Lehmkuhls Fußballwelt gibt es mehr Tote als Tore

Aachen : In Kurt Lehmkuhls Fußballwelt gibt es mehr Tote als Tore

Erstaunlich wenig Tote gebe es diesmal, bemerkt Kurt Lehmkuhl, als er über seinen neuen Roman „Marionettenspiel“ grübelt. Ein Fußball-Krimi ist es geworden. Und doch gibt es in dem Roman mehr Tote als Tore, soviel vorweg. „Es fällt nämlich kein einziges Tor“, sagt Lehmkuhl, der eineinhalb Jahre an dem Buch gewerkelt hatte. Stattdessen geht es um die Hintergründe im Profifußball und jede Menge Machenschaften.

Im Mittelpunkt steht zum neunten Mal der pensionierte Hauptkriminalkommissar Rudolf-Günther Böhnke, der mal wieder „in Fälle reinstolpert, in die er nicht hineinfallen will“, erklärt Lehmkuhl. Die Erzählung spielt kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland: Ein deutsches Fußballtalent verliert bei einem Unfall einen Fuß, ein anderer Kicker soll seinen Trainer ermordet haben. Die namensgebenden „Marionetten“ seien in diesem Fall die Spieler, die an den Strippen von Trainern und Beratern hängen, so der Autor.

Obendrein wird Sportmuffel Böhnke auch noch von einem Journalisten um Hilfe gebeten. Dem wollen Unbekannte ans Leder, weil er mit Hilfe eines chinesischen Sponsors einen neuen Fußballverein in Aachen etablieren will. „Hertha Eilendorf“ nennt sich der fiktive Klub im Roman. Die hilfesuchende Alemannia schaut derweil eifersüchtig drein.

Das knapp 400 Seiten starke Buch sei keinesfalls ein Alemannia-Krimi, betont Lehmkuhl. Der Eindruck könnte beim Blick auf das Cover mit einem Bild vom Tivoli entstehen. Doch nur das Stadion spiele eine größere Rolle, genauer gesagt die dort beheimatete Fankneipe Klömpchensklub. „Dort treffen sich die Hauptfiguren gelegentlich“, erzählt der Autor. Auch Orte in Eupen und Mönchengladbach tauchen im Roman auf. „Die Borussia aus Gladbach spielt eine Nebenrolle.“

Thema des Romans sind vor allem die Schattenseiten des Profifußballs: Geld, Skandale und Ausbeutung. „Schlechte Spieler werden einfach ,verkauft‘, andere im Trainingslager ,herangezüchtet‘“, bemängelt Lehmkuhl. „Ist das überhaupt Sport oder ist es Unterhaltungsindustrie?“ Die Alemannia soll von der Kritik hingegen unberührt bleiben.

Bei den Aachener Krimitagen wird Kurt Lehmkuhl im Klömpchensklub aus „Marionettenspiel“ lesen. „Passend dazu“, verspricht Walter Vennen von der Buchhandlung Schmetz am Dom, „wird das Lieblingsessen von Kommissar Böhnke gereicht.“ Und dieser mag es gerne herzhaft-deftig.

Der Krimiroman „Marionettenspiel“ ist als Taschenbuch für zwölf Euro im Buchhandel erhältlich.

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