Aachen: In ganz Aachen gibt es schon 40 Car-Sharing-Stationen

Aachen : In ganz Aachen gibt es schon 40 Car-Sharing-Stationen

Die Nachfrage nach Cambio-Stationen im Frankenberger Viertel ist besonders hoch, und so mag es nicht verwundern, dass jetzt am Vegla-Haus an der Bismarckstraße bereits die zehnte Car-Sharing-Station eröffnet wurde.

Im ganzen Stadtbereich Aachen sind es inzwischen 40, und Gisela Warmke, Geschäftsführerin von Cambio, freut sich über den Zuwachs. Schließlich hat im Frankenberger Viertel vor 25 Jahren auch alles angefangen.

Inzwischen ist das Car-Sharing offensichtlich für viele eine willkommene Alternative zum eigenen Auto. Und am Anfang seien es vor allem junge Familien gewesen, die das Angebot nutzten, sagt Warmke. Studenten seien erst später — angelockt durch ein besonderes Angebot — dazugekommen.

Bei der Eröffnung der neusten Station am Vegla-Haus hatten die Besucher Gelegenheit, sich über die Modalitäten zu informieren, und sie können in einem Test-Monat prüfen, ob Car-Sharing für sie in Frage kommt. „Wer weniger als 10.000 Kilometer pro Jahr fährt, ist damit gut bedient und spart eine Menge Geld“, meint Warmke. Und das sei praktisch bei jedem Zweitwagen der Fall.

Parkplätze spendiert

Die notwendigen Parkplätze für die neue Station stellte Hubert Neßeler, Geschäftsführer der „Nesseler Projektidee“, zur Verfügung. Er hält Car-Sharing für eine wunderbare Idee und wünscht sich, dass sie noch mehr Verbreitung findet. Denn das Bauen werde eigentlich nur deshalb immer teurer, weil bei jedem neuen Haus auch für den Bau der entsprechenden Parkplätze gesorgt werden müsse. Beim Car-Sharing wird laut Gisela Warmke jedes Auto von 40 Personen genutzt. Und die Geschäftsführer denken kontinuierlich über Verbesserungen und Neuerungen nach. Derzeit reicht das Angebot vom Kleinwagen über Kombi-Fahrzeuge bis hin zu Kleintransportern und Neunsitzern.

Wer sich für Car-Sharing entscheidet, kann dank einer App sehen, an welcher Station welche Fahrzeuge zur Verfügung stehen. „In 95 Prozent der Fälle wird er das gewünschte Fahrzeug an seiner Station finden“, sagt Warmke. Dort muss er es nach der Nutzung auch wieder abstellen. Und für die längere Fahrt in einen anderen Ort empfiehlt Geschäftsführer Roland Jahn den Zug. Einmal am Ziel angekommen, könne man inzwischen schon in vielen Städten ein Cambio-Fahrzeug ausleihen.

Jahn wünscht sich einen Stimmungswandel in der Gesellschaft, der schließlich auch Auswirkungen auf die Parkplatznot hätte. Derzeit würde die Stadt bei jedem Bau eines Hauses immer auch auf die entsprechenden Parkplätze pochen. „Dabei könnten wir schon jetzt viele Wohnungen ohne Stellplätze verkaufen“, meint Neßeler. Über einen eigenen Parkplatz vor der Tür müssen sich Car-Sharing-Nutzer jedenfalls keine Gedanken machen.

(mas)
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