Aachen: In drei Jahren wollen die Ladies in der Soers aufschlagen

Aachen: In drei Jahren wollen die Ladies in der Soers aufschlagen

Wenn’s gut läuft, könnte es schon 2021 den ersten Aufschlag der Ladies in Black in der neuen Aachener PTSV-Halle geben. Mit diesem optimistischen Blick in die Zukunft trat der Vorsitzende des Post-Telekom-Sportvereins (PTSV), Frank Schidlowski, am Donnerstag vor die Presse, um über den geplanten Bau einer bundesligatauglichen Volleyballhalle und die Weiterentwicklung des „Sportpark ­Soers“ zu sprechen.

Möglich macht es der Umzug der Aachener Polizei, die Anfang nächsten Jahres ihr neues Präsidium an der Debye­straße beziehen will.

Im Eck von Eulersweg und Hubert-Wienen-Straße soll dadurch eine mehr als 33.000 Quadratmeter große Fläche frei werden, die für die benachbarten Sportvereine PTSV und ALRV (Aachen-Laurensberger Rennverein) wie gerufen kommt. Beide haben Platzbedarf angemeldet und seit längerem ein Auge auf das Gelände geworfen. Inzwischen zeichnet sich immer deutlicher ab, dass sie mit Rückendeckung der städtischen politischen Gremien zugreifen können. Denn die Stadt will dem Land das alte Polizeigrundstück abkaufen und aller Voraussicht nach an die Sportvereine verpachten.

Es sind die idealen Voraussetzungen für den PTSV, der in den zurückliegenden zehn Jahren seine Mitgliederzahl von knapp 1500 auf fast 3500 mehr als verdoppeln konnte und dessen Anlagen heute voll ausgelastet sind, wie Schidlowski darlegte. Benötigt werden neue Sport-, Funktions- und Büroräume. Erwogen wird auch der Neubau der Tennishalle, deren Dach kaputt ist. All diese Mängel könnten im Zuge des Hallen-Neubaus beseitigt werden.

Die Maaseiker Halle als Vorbild

Das große Vorbild dafür haben Schidlowski und sein Team bei den Ausflügen mit ihren Bundesliga-Volleyballerinnen ins benachbarte Belgien gefunden. „Die Maaseiker Halle hat uns in helle Begeisterung versetzt“, sagt Schidlowski. Und so wollen sie das dort verfolgte Konzept nun auch nach Aachen übertragen und die Halle weitgehend in Eigenregie errichten und bewirtschaften.

In zwölf bis achtzehn Monaten könnte sie fertig sein, meint der Bauingenieur Wolfgang Leus, der sowohl dem PTSV als auch dem ALRV beratend zur Seite steht, der direkt angrenzend eine weitere Halle für die Reitsportler plant. Man sei allerdings noch nicht so weit, auch diese Planungen schon der Öffentlichkeit vorzustellen, erklärte ALRV-Vorstandsvorsitzender Frank Kemperman.

Dauer der aktuellen Ausnahmegenehmigung unklar

Umso mehr „Gedankenschmalz von vielen kompetenten Leuten“ sei bereits in die Pläne für die PTSV-Halle geflossen, die dringend benötigt wird, um den Ladies in Black eine Zukunftsperspektive zu geben. Von einer wichtigen Weichenstellung sprach am Donnerstag auch PTSV-Vorstandsmitglied und Hallensprecher André Schnitker. Denn unklar ist, wie lange der Verband der Volleyball-Bundesliga (VBL) die Ladies in Black noch mit einer Ausnahmegenehmigung in der zu niedrigen Halle an der Neuköllner Straße spielen lässt. „Der VBL freut sich sehr, dass in Aachen etwas passiert“, so Schnitker. Auch auf die Vertragsverhandlungen mit neuen Spielerinnen dürften sich die Pläne positiv auswirken.

Der sportliche Erfolg der Ladies führe beim PTSV auch zu einer höheren Nachfrage von Jugendlichen und Eltern im Breitensportbereich, sind Schnitker und Schidlowski überzeugt. Die Expansionspläne des PTSV sollen daher auch nicht nur der Bundesliga-Abteilung zugute kommen, sondern ganz besonders auch dem Breitensport.

2500 Sitzplätze, 500 Stehplätze

„Multisportiv“ soll die Halle genutzt werden, betont Schidlowski, womit er meint, dass sie für andere Sportarten zwar zur Verfügung stehe, nicht aber unbedingt auch konzerttauglich sein müsse. „Das ist nicht ausgeschlossen, aber nicht das Ziel.“ Vorgesehen sind 2500 Sitzplätze und 500 Stehplätze.

Die Kosten für die Volleyballhalle sind mit rund sechs Millionen Euro angesetzt. Hinzu kommen aber noch weitere Bauvorhaben für eine neue Geschäftsstelle, Multifunktionssporträume, die Tennishalle, Restaurant und einiges mehr. Alles in allem addiert sich das auf rund 19,2 Millionen Euro. Einen großen Sponsor oder Zuschussgeber habe man dafür nicht, sagt Schidlowski. Stattdessen setze der Verein auf eine Finanzierung mit verschiedenen Bausteinen. Eingeplant sind Einnahmen aus dem Sportbetrieb, aus Verpachtungen an einen Caterer und Restaurantbetreiber, aus Mieten etwa von Sportärzten oder Physiotherapeuten, aus Zuschüssen und Veranstaltungen und schließlich auch aus einer Vermarktung des Hallen-Namens.

„Wir sind offen für alles“, sagt der Vereinsvorsitzende, der damit betont, dass man im Grunde immer noch ganz am Anfang stehe. „Die Arbeit fängt jetzt erst an. Jetzt ist der Startschuss, um die Einzelheiten auszuarbeiten.“

(gei)
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