Aachen: In der Kind-Jesu-Kapelle wird ein Verehrungsort für Clara Fey eingerichtet

Aachen : In der Kind-Jesu-Kapelle wird ein Verehrungsort für Clara Fey eingerichtet

„Nanu, hier steht eine Kirche?“ Wer sich beim Schlendern über die Jakobstraße an der Ecke zur Klappergasse diese Frage stellt, dem wird Michael Scholz nicht böse sein. Obwohl der Architekt und Fachbereichsleiter für Kirchbau und Denkmalpflege natürlich sehr wohl weiß, dass sich an dieser Stelle die Kind-Jesu-Kapelle der Schwestern vom armen Kinde Jesus befindet.

„Aber viele Passanten werden diesen Bau gar nicht als Kirche wahrgenommen haben“, räumt Scholz ein. Und genau das soll sich jetzt ändern.

Denn die Kapelle wird derzeit umgebaut. Dort entsteht ein Verehrungsort für Clara Fey, die am 5. Mai im Dom seliggesprochen wird und deren sterbliche Überreste tags drauf in der Kind-Jesu-Kapelle ihre letzte Ruhestätte finden sollen — genau an der Stelle, wo Clara Fey Mitte des 19. Jahrhunderts die Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus gegründet hatte. „Wir freuen uns, dass unsere Ordensgründerin nach sechs Jahren in der Bischofsgruft nach ihrer Seligsprechung hierher zurückkehren wird, wo von 1848 bis 1878 das Mutterhaus unseres Ordens gestanden hat“, sagt Schwester Henriette Mensen, die Generaloberin der Kongregation.

Aus diesem Anlass erhalten die Schwestern eine komplett neue Kirche. Denn gemeinsam mit den Architekten Elmar Sommer und Axel Birk hat Michael Scholz die Seligsprechung zum Anlass genommen, die gesamte Kirche umzugestalten.

Für rund 700.000 Euro — finanziert vom Bistum Aachen und der Kongregation — entstehen dort nun vier ineinander übergehende Räume: eine kleine Marienkapelle, den Verehrungsort für Clara Fey mit einem von Silberschmied Stephan Bücken geschaffenen Reliquiar, der die sterblichen Überreste enthält, ein liturgischer Raum für Gottesdienste sowie die durch eine sogenannte Lettnerwand abgetrennte Chorhalle, die die Schwestern zum Gebet nutzen. Während die Marienkapelle täglich zugänglich ist, werden die übrigen Räume nur zu Gottesdiensten und Veranstaltungen geöffnet.

„Wichtig ist deshalb das neue Fenster, das von der Straße einen Blick auf das beleuchtete Reliquiar erlaubt“, sagt Michael Scholz. „Schon während der Bauarbeiten haben viele Passanten von dort neugierig in die Kirche geschaut“, erzählt Architekt Elmar Sommer. Eine neue Eingangstür solle für noch mehr Sichtbarkeit im Straßenraum sorgen, so Scholz. Aber das Fenster wirke jetzt schon.