Aachen: In der Aachener Kaffee-Rösterei geht es rund

Aachen : In der Aachener Kaffee-Rösterei geht es rund

Das statistische Landesamt Nordrhein-Westfalen hat jetzt mitgeteilt, dass die Kaffeeröstereien im Land 2016 mehr Kaffee produziert haben als noch im Vorjahr. Auch in Aachens Kaffeerösterei, die 1820 gegründet wurde und als älteste deutsche Kaffeerösterei gilt, kann man sich über mangelnden Absatz von Kaffeebohnen nicht beklagen: in Plum‘s Kaffee.

Es riecht nach frisch gemahlenem Kaffee. Ständig hört man das Zischen und Brummen von auf Hochglanz polierten Kaffeeautomaten. Kunden gehen ein und aus, Mitarbeiter halten mit Firmenautos vor dem Backsteinbau am Hammerweg, laden Waren ein und sind wieder auf dem Weg. In den Geschäftsräumen von Plum‘s Kaffee herrscht reger Betrieb.

„Zugenommen hat in den vergangenen Jahren vor allem der Umsatz im Office- und im Privatkundenbereich“, sagt Ralf Vogeler, der gemeinsam mit seinem Vater Jürgen Vogeler das Familienunternehmen führt. Office-Bereich bedeutet, dass Firmen von Plum beliefert werden, beispielsweise mit einem Kaffeevollautomaten, der regelmäßig gewartet und natürlich mit Bohnen befüllt wird. „Es gibt da aber ganz unterschiedliche Modelle“, erklärt Ralf Vogeler, „von der Anwaltskanzlei mit wenigen Mitarbeitern bis zum IT-Unternehmen mit mehreren Hundert Beschäftigten bedienen wir alles Mögliche.

Ladenlokal in der City ist beliebt

Und in einem IT-Unternehmen wird viel Kaffee getrunken“, sagt Vogeler und lacht. Unter den Privatkunden seien sowohl Aachener als auch Touristen vertreten. „Ich denke schon, dass wir extrem viele Stammkunden haben“, sagt der Geschäftsführer, doch das Ladenlokal in der Innenstadt sei eben auch für viele Touristen attraktiv.

Nicht nur dort: Rund 162 Liter Kaffee trinkt der Durchschnittsdeutsche nach statistischen Angaben pro Jahr. Den meisten Kaffee konsumiert er übrigens zuhause, in den eigenen vier Wänden. Mehr als 51 Euro im Jahr gibt ein Deutscher — im Schnitt — für sein Lieblingsgetränk aus.

Nicht nur Aachener Büros werden von den Plum-Mitarbeitern versorgt. Die Belieferung der Aachener Gastronomie sei ebenfalls stabil, sagt Vogeler. Damit beim Ausschank an die Gäste in den Cafés und Restaurants der Stadt auch alles klappt, kommt Plum‘s eigener Barista vorbei, um das Personal im Umgang mit den Maschinen zu schulen.

Frappuchino, Latte Macchiato oder Espresso: Gefühlt nimmt die Auswahl der Kaffeevariationen auch hierzulande immer weiter zu. Doch der Deutsche ist ein Gewohnheitstier. Einer Umfrage des Statistikinstituts Statista zufolge ist ganz gewöhnlicher Filterkaffee, eventuell mit einem Schuss Milch, auch im Jahre 2017 immer noch der Renner. „Wir haben uns entschieden, nicht jeder Kaffee-Mode hinterher zu rennen“, sagt Ralf Vogeler — bezieht sich damit weniger auf die Art der Kaffeezubereitung, sondern auf die Kaffeeröstung.

Zwar drückt sich heute niemand mehr die Nase an der Glasscheibe platt wie im 19. Jahrhundert, als Xavier Plum seinen Kaffee noch im Schaufenster rösten ließ. Doch in der Aachener Rösterei, die 15 bis 20 Mitarbeiter beschäftigt, wird auch heute noch die traditionelle Langzeitröstung angewandt. Das heißt, dass dem Rohkaffee 14 bis 18 Minuten bei Temperaturen zwischen 180 und 210 Grad Celsius eingeheizt wird, bevor er in die Tüte und zum Kunden kommt. Zum Vergleich: In der Industrie wird Kaffee in der Regel innerhalb von fünf Minuten geröstet.

Ob nun 14 oder 18 Minuten: Bevor der Kaffee in Aachen geröstet wird, hat er einen langen Weg hinter sich. Große, prall gefüllte Jutesäcke stapeln sich im Lager von Plum‘s Kaffee. Die meisten dieser Säcke kommen aus Brasilien — dem Kaffeeanbauland Nummer eins. „Wir haben aber auch Bohnen aus Äthiopien, aus Mexiko, Kolumbien, Kenia und Guatemala“, erzählt Ralf Vogeler.

Guter Draht zu den Händlern

Wichtig für einen guten Kaffee sei ein guter Draht zu den Händlern. „Die wissen genau, was wir wollen, und beliefern uns dann auch mit Bohnen von gleichbleibend hoher Qualität“, so Vogeler, der guten Kaffee am Aussehen, am Geruch und natürlich am Geschmack erkennt — genau wie seine Kunden das auch tun., „Und darauf kommt es letztlich an“, sagt der Geschäftsführer, „dass es den Kunden schmeckt.“

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