Aachen: In Brand wächst das Vertrauen in den Pipelinebauer

Aachen: In Brand wächst das Vertrauen in den Pipelinebauer

Mit Beginn der Bürgerbeteiligung am sogenannten Zeelink-Projekt ab kommenden Montag wächst in Brand die Zuversicht und Freude, einen wichtigen Kampf gewonnen zu haben.

Denn nach jetzigem Stand deutet alles darauf hin, dass der Gasriese Open Grid Europe (OGE) sein Versprechen einlöst und die Gaspipeline „Zeelink“ entlang der Autobahn A 44 verbuddeln wird. So sehen es jedenfalls die Pläne vor, die OGE ins Planfeststellungsverfahren eingebracht hat und die ab Montag auch in Aachen von allen Bürgern eingesehen werden können.

Diese Offenlage ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Unternehmen OGE, das bis 2021 eine rund 215 Kilometer lange Erdgasfernleitung von Lichtenbusch bis Ahaus fertigstellen will. Spätestens im nächsten Jahr soll endgültig Klarheit über den Trassenverlauf herrschen. Und dafür müssen unter anderem auch alle Einwände der Bürger entkräftet oder aus dem Weg geräumt werden.

Herr des Verfahrens ist für den Aachener Beritt die Bezirksregierung Köln — und die hatte sich im Vorfeld vor allem im Stadtbezirk Brand reichlich unbeliebt gemacht. Denn entgegen den Wünschen der Stadt hatte sie zunächst einer Trasse den Vorzug gegeben, die aus Sicht vieler Fachleute höchst sensible und schutzwürdige Gebiete durchschneiden würde, darunter das Naturschutzgebiet Indetal, das geplante Naturschutzgebiet Rollefbachtal, den Brander Wald, den Reichswald und das Wasserschutzgebiet Eicher Stollen.

Mit Rückendeckung der Stadtverwaltung und des Aachener Stadtrats hat daher die Bürgerinitiative „Keine Pipeline im Brander Indetal“ den Kampf mit der Bezirksregierung und OGE aufgenommen. Die Initiative hält einzig einen Trassenverlauf entlang der Autobahn A 44 für akzeptabel, wie sie bei mehreren Veranstaltungen deutlich machte. Und tatsächlich gab OGE im Mai die Zusage, dieser Forderung nachkommen zu wollen.

OGE habe damit „klug gehandelt“, findet Marianne Krott, Sprecherin der Bürgerinitiative. Denn ansonsten hätte der Pipelinebauer mit weiteren Protesten und Verzögerungen rechnen müssen. Sie betont allerdings auch, dass die endgültige Entscheidung erst nach Ende der Bürgerbeteiligung durch die Bezirksregierung getroffen werde. Zumindest auf Seiten der Stadt und der Bürgerinitiative ist man derzeit zufrieden mit dem Lauf der Dinge.

So verfolge man auch wohlwollend, dass sich OGE bereits eng mit einem weiteren Leitungsbauer abstimme, wie Harald Beckers vom städtischen Presseamt mitteilt. Das Unternehmen Amprio treibt ebenfalls entlang der Autobahn den Bau der unterirdischen Starkstromleitung Alegro zwischen Deutschland und Belgien voran. Nicht auszuschließen sei, dass beide Unternehmen dort sogar zeitgleich buddeln können.

Für die Ingenieure ist der Bau eine echte Herausforderung, denn sie müssen viele knifflige Stellen meistern — so am Brander Wall, an der Trierer Straße oder auch unterhalb der Autobahnen, die sie mehrfach kreuzen. Der geplante Trassenverlauf soll ab kommender Woche auch im Bezirksamt Brand ausgehängt werden, wie Krott ankündigt. Details können ansonsten im Verwaltungsgebäude Marschiertor, Lagerhausstraße 20 Raum 400, eingesehen werden. Bis Donnerstag, 2. November, können Bedenken oder Anregungen bei der Bezirksregierung Köln (Dezernat 25, Zeughausstraße 2-10) eingereicht werden.

Derweil will die Bürgerinitiative „Keine Pipeline im Brander Indetal“ das Thema auch im städtischen Bürgerforum auf die Tagesordnung setzen. Sie hofft, dass sich in der Sitzung am 28. November im Rathaus dann auch die Bezirksregierung endlich für die Trasse an der Autobahn ausspricht.

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