Aachen: In Aachen treten sechs Direktkandidaten an

Aachen: In Aachen treten sechs Direktkandidaten an

Die Bundestagswahl ist lange nicht so kompliziert wie die Kommunalwahl am 30. August, denn bei der Bundestagswahl am 27. September wird es nur einen Stimmzettel geben. Bei der Kommunalwahl erhielt der Wähler gleich fünf Stimmzettel in unterschiedlicher Farbe.

Nicht nur der Oberbürgermeister war zu wählen, sondern auch der Rat der Stadt Aachen, die Bezirksvertretung und im regionalen Rahmen der Städteregionsrat und der Städteregionstag.

Also: Die Bundestagswahl ist ganz einfach, es gibt nur einen Stimmzettel. Aber: Man darf zwei Kreuze machen: Das erste gilt dem Kandidaten, den man direkt in den Bundestag wählen will. Das ist die Erststimme. Das andere Kreuz, die Zweitstimme, gilt einer der in Nordrhein-Westfalen für den Bundestag kandidierenden 19 Parteien.

Im Wahlkreis 88 Aachen bewerben sich sechs Kandidaten für das Direktmandat.

Im einzelnen sind das: die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt von der SPD, die bei den beiden letzten Bundestagswahlen das Aachener Direktmandat errang, der Arzt Rudolf Henke von der CDU, die Architektin Petra Müller von der FDP, Jochen Luczak von den Grünen, der gleichzeitig der Geschäftsführer der Aachener Grünen ist, der Angestellte Andrey Konstantin Hunko von den Linken und der Technische Assistent Oliver Harf von der NPD, der übrigens nicht in Aachen, sondern in Stolberg wohnt, was jedoch seiner Kandidatur in Aachen nicht entgegensteht.

Wenn man das Kreuz für den Direktkandidaten gemacht hat, muss man ein weiteres Kreuz für eine der Parteien machen und damit seine Zweitstimme abgeben. Dabei muss man wissen:

1. Man kann seine Zweitstimme auch einer anderen Partei geben als derjenigen, der der mit der Erststimme gewählte Direktkandidat angehört.

2. Die Zweitstimme ist für die Verteilung der Sitze auf die einzelnen Parteien maßgebend.

Die Bundesrepublik Deutschland ist in 299 Wahlkreise eingeteilt. Der Bundestag besteht grundsätzlich aus 598 Abgeordneten. 299 werden in den Wahlkreisen direkt gewählt, weitere 299 Plätze werden über die Landeslisten vergeben. Allerdings zogen in den letzten Bundestag wegen so genannter Überhangmandate 614 Abgeordnete ein.

Wahlberechtigt sind alle Deutschen im Sinne des Art. 116 Abs. 1 des Grundgesetzes, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens drei Monaten in der Bundesrepublik Deutschland eine Wohnung innehaben oder sich gewöhnlich aufhalten und nach Paragraf 13 des Bundeswahlgesetzes nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.

Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wahlleiter für den Wahlkreis Aachen ist Oberbürgermeister . Jürgen Linden, sein Stellvertreter Wolfgang Rombey.

Bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2005 lag die Wahlbeteiligung bundesweit bei 77,7 Prozent, in Aachen lag sie mit 78,8 Prozent etwas darüber.