In Aachen Brand wird eine wietere KiTa benötigt

In Brand fehlen Plätze : Eine Kita allein reicht nicht

Im Stadtteil Brand setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Die Anzahl der Kinder unter drei Jahren sinkt, während die der Kinder über drei leicht steigt. In ausführlicher Beratung hat sich die Bezirksvertretung mit der Kindertagesstättenbedarfsplanung 2020/21 befasst.

Vom zuständigen Fachbereich stellte Melanie Olbertz das Zahlenwerk für den Stadtbezirk vor. Danach leben in Brand 514 Kinder, die über drei Jahre alt sind (Ü3), und 385 Kinder, die unter drei Jahre (U3) alt sind.

Auslastung bei 101 Prozent

Derzeit liegt die Versorgungsquote im Ü3-Bereich bei etwa 85 Prozent, im U3-Bereich bei rund 42 Prozent. 86 Prozent der Kinder kommen aus Brand, etwas mehr als zwölf Prozent aus anderen Stadtbezirken. Allerdings sind auch Brander Kinder in Kitas der Nachbarbezirke angemeldet. Die Auslastung der zehn Kitas im Stadtbezirk beträgt 101 Prozent, dass heißt eigentlich sind zwar nur 528 Plätze vorhanden, tatsächlich belegt werden aber 536 Plätze. In der Vorlage der Verwaltung wird der Ausbaubedarf bei verschiedenen Versorgungsstufen prognostiziert und unter anderem festgestellt, dass im U3-Bereich bei einem angestrebten Versorgungsgrad von 50 Prozent 36 Plätze fehlen.

Eine weitere Kita soll als Investorenprojekt im Bereich der ehemaligen Tuchfabrik Becker realisiert werden. Ganz aktuell konnte Melanie Olbertz den Herbst 2021 als wahrscheinlichen Zeitpunkt der Inbetriebnahme nennen. Dann wird eine Versorgungsquote im U3-Bereich von rund 47 Prozent, im Ü3-Bereich von etwa 96 Prozent erreicht.

Einmütig wiesen die Fraktionen in der Bezirksvertretung jedoch darauf hin, dass mit dem Neubau der Kita im künftigen Tuchmacherviertel die Probleme der Versorgung mit Kita-Plätzen nicht abschließend gelöst seien. Die Bebauung des alten OBI-Geländes, die künftige Bebauung des Sportplatzes in der Karl-Kuck-Straße und die weitere Verdichtung der Bebauung innerhalb Brands werde weiteren Bedarf erzeugen. Daher müsse man sich auf die Suche nach einem Standort für eine weitere Kita machen und nach Möglichkeiten suchen, auch kurzfristig neue Plätze anbieten zu können.

Hier hat man beispielsweise die Container der städtischen Kindertagesstätte an der Schagenstraße im Auge, deren Betrieb als Auslagerungsmöglichkeit im Jahre 2021 auslaufen soll.