Aachen: Immobilienbericht 2016: Weiter wenig Platz in Aachen

Aachen : Immobilienbericht 2016: Weiter wenig Platz in Aachen

Es bleibt weiterhin eng in Aachen. Die Stadt stellte am Montag gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Wohn- und Liegenschaftsausschusses, Bürgermeister Norbert Plum, und der Verwaltung den Immobilienbericht für das Jahr 2016 vor. In Aachen müssen die Verantwortlichen einen Eiertanz hinlegen, weil die Bevölkerungszahlen nach wie vor steigen, wie der zuständige Beigeordnete für Soziales und Wohnen, Prof. Manfred Sicking, vortrug.

Der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt versuche die Stadt mit mehr öffentlich gefördertem Wohnungsbau zu Leibe zu rücken, assistierte Norbert Plum, der viel Wert auf die Feststellung legt, dass seit Einführung der Quote für diese Art Wohnungsbau noch das Schlimmste habe verhindert werden können.

„Wir haben festgeschrieben, dass bei Neubauprojekten 20 bis 40 Prozent der geschaffenen Wohnungen öffentlich finanziert sein müssen“, sagte Plum. Das heißt dann hinterher bezahlbare Mieten und günstige Abschreibungsmöglichkeiten für die Investoren, denen man oftmals die „Vorzüge der öffentlichen Förderung“, so Plum mit Erstaunen, erst einmal nahebringen müsse, weil sie nicht darüber wüssten.

Doch, wie gesagt, es bleibt eng in Aachen. Neue Gewerbegebiete wie der Gewerbepark Brand (ehemals Camp Pirotte) sind kaum drei Jahre in der Vermarktung, und schon sind 75 Prozent der Grundstücke verkauft. Gewerbefläche ist in Aachen eben Mangelware. Selbst das ewig defizitäre Projekt Avantis sei, so Sicking, inzwischen mit großen Logistik-Einheiten bestückt, und nur noch kleinere Flächen stünden für eine weitere Vermarktung zur Verfügung.

Bleibt das Problem: ausreichender Wohnraum. Das Projekt Büchel ist, trotz gegenteiliger Bekundungen, durch die anhaltenden vom Oberbürgermeister befeuerten Diskussionen um einen neuen Prostitutions-Standort ins Stocken geraten, es scheint sich eine Hängepartie wie bei dem leidigen Thema Neubaugebiet Richtericher Dell anzubahnen.

Quasi als Gegengewicht hebt der Immobilienbericht das Brander Neubaugebiet Karl-Kuck-Straße hervor, lobt das Wohngebiet „Guter Freund“, in dem sogar rund 70 Prozent öffentlicher Wohnungsbau entsteht, sowie neue Ideen bei Projekten wie dem Branderhofer Weg oder dem von der Stadt und der Gewoge (der städtischen Wohnungsgesellschaft) entwickelten Bereich Burggrafenstraße und Wiesental. Wie bereits an anderer Stelle ausprobiert, sollen auch hier private Bauherrengemeinschaften ganz individuell neue Wohnbereiche entwickeln und dann in Eigenregie erbauen.

2015 und 2016 seien jeweils rund 1000 Baugenehmigungen erteilt worden, legte Rolf Frankenberger als Leiter des Fachbereichs Wohnen und Soziales doch ganz gute Zahlen vor, selbst dem bloßen Augenschein nach wird in Aachen tatsächlich fleißig gebaut.

Ein wenig stolz sind die Immobilienmanager der Stadt auf die jüngsten Hotelprojekte. Leiter Edmund Feiter lobte die gute Entwicklung des Hotelbetriebes Hampton by Hilton an der Ecke Krefelder und Merowinger Straße. Dessen Mitarbeiterin Wendy Eurlings berichtete über durchweg gute Buchungszahlen, die man seit der Eröffnung kurz vor dem CHIO 2017 registriere. „Das war ein reines Projekt aus Aachen, mit einem hiesigen Generalunternehmer und ansässigen Architekten“, freute sich Feiter im Nachhinein.

Doch auch das „Inside Melia“ an der Sandkaulstraße sei gut eingeschlagen, jetzt warte man auf den Bau des neuen „Motel One“ am Kapuzinergraben. Um in der Innenstadt voranzukommen, erwägen die Verantwortlichen die Neufassung der Stellplatzsatzung. So könnten dann beispielsweise in der unteren Adalbertstraße leichter stillgelegte Geschäftsräume umgebaut werden, momentan seien die Stellplatzanforderungen schlicht zu hoch.

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