Aachen: Im überfüllten Flugzeug raus aus der Krisenregion

Aachen: Im überfüllten Flugzeug raus aus der Krisenregion

Benjamin Fadavian ist wieder auf dem Weg nach Hause. Der 20-jährige Aachener hatte eine Reise zu Verwandten in Nordjapan unternommen.

Auf der Fahrt zu deren Wohnort, etwa 700 Kilometer von Tokio entfernt, hatte er das schwere Erdbeben erlebt und war auch in der Region Fukushima mit den außer Kontrolle geratenden Atomkraftwerken gewesen und der am schwersten betroffenen Stadt Sendai vorbeigekommen. Drei Stunden vor der großen Erderschütterung hatte er unterwegs noch eine Tropfsteinhöhle besucht.

Als sich die Nachrichten von den Explosionen in den Atommeilern häuften, beschloss der SPD-Nachwuchspolitiker, die Reise, die ursprünglich noch bis zum 22. März andauern sollte, abzubrechen. Montagvormittag fuhr er deshalb zu einem Regionalflughafen im Norden und hatte Glück. Obwohl Hunderte Touristen und Europäer Schlange standen, gelang es dem Jurastudenten, einen Platz in einem in einem Flieger nach Seoul zu ergattern.

„Das Flugzeug war bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Erwachsene hatte auch noch Kinder auf dem Schoß.” Er werde nun sehen, wie es von Südkorea aus weitergehe: „Ich bin froh, dass ich da raus bin. Es wurde mir zu brenzlig.”

Aufatmen am Montag auch bei der Deutsch-Japanischen Kulturgesellschaft: In ihrem Umfeld, vor allem dem Hotel Regence mit dem japanischen Restaurant mit Sushi-Bar „Edo” an der Peterstraße sind sieben Japaner beschäftigt. Zwei von ihnen stammen aus dem von dem Tsunami und der Atomkatastrophe besonders betroffenen Norden, allen Verwandten geht es nach den Angaben einer Sprecherin „den Umständen entsprechend gut”.

Gleiches gilt auch für Prof. Dr. Jun Okuda vom Institut für Anorganische Chemie der RWTH, der sich zurzeit ebenfalls in Japan befindet. Er ist Vorstandsmitglied der Deutsch-Japanischen Gesellschaft für die Region Aachen, die vor allem die Pflege und Förderung wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Beziehungen zum Ziel hat.

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