Aachen: Im Streit um Tivoli-Baumängel ist ein Kompromiss in Sicht

Aachen : Im Streit um Tivoli-Baumängel ist ein Kompromiss in Sicht

In dem seit fast vier Jahren andauernden Streit um die Baumängel am neuen Aachener Tivoli haben sich die Stadt und der Duisburger Bauunternehmer Walter Hellmich allem Anschein nach außergerichtlich einigen können.

Der Kompromiss läuft dem Vernehmen nach darauf hinaus, dass Hellmich einen Großteil der Mängel reparieren wird. Die Rede ist von einem Gegenwert in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. Zudem soll es auch noch eine Zahlung seitens des Bauunternehmens an die „Aachener Stadionbeteiligungs-Gesellschaft“ (ASB), eine hundertprozentige städtische Tochtergesellschaft, in Höhe von rund 220.000 Euro geben. Damit könnte die ASB selber dann noch kleinere Reparaturen vornehmen. Mit dem Millionendeal könnte ein Schlussstrich unter das juristische Tauziehen der vergangenen Jahre gezogen werden.

Wasser und Schimmel

Die ersten Mängel wurden schon kurz nach der Eröffnung des 50 Millionen Euro teuren Neubaus festgestellt. Gestritten wurde um nasse Wände, Schimmelbildung, die unzureichende Dachkonstruktion, eine fehlerhafte Rasenheizung und allerlei mehr. Insgesamt 63 Baumängel mit einem Schaden in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro hat die Stadt geltend machen wollen.

Abseits dieses Verfahrens kam später noch eine Mängelliste von mehr als 300 Punkten in Sachen Sicherheit und Technik hinzu. Das städtische Gebäudemanagement arbeitete die Liste unter Hochdruck und Federführung von Abteilungsleiter Bernhard Deil ab.

Deil, mittlerweile also ein absoluter „Tivoli-Kenner“, wurde in der Folge ASB-Geschäftsführer. Bauunternehmer Hellmich lobte Deil in Bezug auf den jetzt ausgehandelten Vergleich: „Da hat die Stadt jemanden gefunden, der den nötigen Sachverstand hat.“

Ende Juni unterschriftsreif

Hellmich ist indes auch froh, dass diese Kuh vom Eis ist. Und Aachen habe schließlich „ein wunderschönes Stadion“. Die Stadt, die zu Details noch keine Stellung nahm, wird ebenso froh sein. Der Prozess hätte sich durch die Instanzen noch über Jahre hinziehen können.

Derweil aber müssen wegen der „Verkehrssicherungspflicht“ einige der Mängel dringend behoben werden. Das Wasserproblem hat sogar schon dazu geführt, dass hier und da Deckenteile heruntergefallen sind. Für diese Reparaturen hätte die Stadt in Vorleistung treten müssen. 22 der 63 Mängel hat die ASB bereits selber beseitigt. Im unteren Tribünenbereich werden zudem Bohrungen vorgenommen, damit das Wasser abfließen kann und keine größeren Schäden verursacht.

Bei der Stadt rechnet man damit, dass der entsprechende Vergleichsvertrag Ende Juni unterschriftsreif ist. Damit sind derzeit die Juristen beider Seiten beschäftigt.

(stm)
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